Der Tag ist terminiert. Noch hast du lange Zeit und du weißt, dass du einen Plan brauchst. Weil Dein eigener Plan im Moment noch nicht über „Ich hole die besten Spieler“ hinausgeht orientierst Du dich noch an den klassischen Redraft-Tipps. Spieler X wird eine gute Saison spielen, Spieler Y ebenso und Spieler Z wurde von seinem Trainer in den „allerhöchsten“ Tönen gelobt. Wunderbar kann ja nichts mehr schief gehen! Wirklich?

Schritt 1: Das Format checken!

Zuerst bitte checken, in welchem Format gespielt wird. Zur Auswahl stehen klassischerweise diese Formate:

  • Standard-Format

Die Spieler bekommen (hauptsächlich) nur für Yards, die sie am Boden oder durch die Luft erzielen, Punkte.

  • PPR-Format (point per reception)

Die Spieler bekommen, unabhängig vom erzielten Raumgewinn, einen Punkt für einen Catch (=Fang). Gegner dieses Formats argumentieren, dass die Gesamtpunktzahl eines Catch über „-1 Yard“ nicht mit „+0,9“ Punkten (1 Punkt für den Fang minus 0,1 Punkte für den Raumverlust) belohnt werden darf. WR und RB mit hohem Catch-Volumen haben in diesem Format einen Vorsprung gegenüber WR und RB’s mit geringeren bzw. kaum Catch-Volumen.

Einfache Rechnung:

3 Catches mit 64 Yard Raumgewinn sind genauso viel wert wie 7 Catches mit 24 Yard Raumgewinn.

  • 0.5 PPR-Format

Siehe PPR-Format, nur dass es anstatt 1 Punkt für jeden Catch dieses Mal nur 0,5 Punkte für jeden Catch gibt. Balanciert beide Formate ein wenig aus.

 

Schritt 2: Welche Positionen kommen in der Startaufstellung vor?

  • Quarterbacks

Unbedingt die Anzahl der QBs checken, die man in seiner Startaufstellung nominieren kann. Sollte es eine „1-QB-Liga“ sein, hat der QB nicht den immensen Stellenwert. Ist es eine „SuperFlex-Liga“, kannst du zwei QBs starten lassen, was du auch unbedingt machen solltest. Hier gewinnen die QBs extrem an Wert dazu und verändern Deine Taktik stark. Ist es gar eine „2-QB-Liga“ musst du sogar zwei QBs starten.

  • IDP

„Wie bitte?“

Alles klar, hier die Ausführung zu den kryptischen Buchstaben. Habt ihr in eurer Liga auch IDP-Plätze? IDP bedeutet: „Individual Defensive Player“, was das Gegenstück zu den Spielern in der Offense ist. Je nach Wahl starten hier dann Defensive Ends, Defensive Tackles, Linebacker, Cornerback usw. Eben jeder Spieler aus der Defense einer Mannschaft.

  • Team-D

IDP bitte nicht verwechseln mit der „Team-Defense“, bei der die Gesamtleistung der Defense eines Teams bewertet wird.

  • K

Das „K“ steht für den Kicker, den man aus den Redraft-Ligen kennt und der in einer Dynasty Liga nichts verloren hat. Kicker sind reine Glücksgriffe! Ihre Punkte sind sehr stark vom Zufall abhängig. Daher: Finger weg von Ligen mit Kicker.

  • TE-Premium

Diese Ligen sind oftmals PPR Ligen, in denen TE’s für jeden Catch anstatt 1 Punkt sogar 1,5 Punkte bekommen (oder 1 Punkt anstatt 0,5), um die Position aufzuwerten. Nette Spielerei, wer es spielen will, muss die Position des TE aufwerten.

 

Schritt 3: Priorisiere Deine Spieler!

Vorab: es gibt sie nicht,  die Strategie, mit der du definitiv Champion werden kannst. Du kannst nur für dich eine Strategie entwickeln und dann versuchen diese so gut es geht umzusetzen. Es gibt aber verschiedene Ansätze, die dich ans Ziel bringen können. Wir zeigen Dir hier nur ein paar Ansätze, die alle ihre Begründung haben. Studiere sie eingehend und entscheide dich, welchen Weg du gehen willst.

  • Zero-RB

In diesem Ansatz werden RBs erst in späteren Runden gedraftet und in den Anfangsrunden der Schwerpunkt eher auf die WR gelegt. Grund hierfür ist die nachgewiesene größere Verletzungsanfälligkeit von RBs gegenüber der Position des WR. Mit fortlaufender Dauer der Saison steigt die Wahrscheinlichkeit, dass sich starting-RBs verletzen. Da man sich in seinem Start-Up Draft in den mittleren Runden aber mit RBs eingedeckt hat, die im Falle einer Verletzung das Ruder übernehmen können, ist man für die Verletzungen gut gerüstet. Eine hohe Wahrscheinlichkeit bedeutet aber nicht auch zwangsläufig, dass es auch so kommen muss! Bestes Beispiel in 2017: Alvin Kamara, der im Schnitt erst in Runde 8 gedraftet wurde und vielen Managern den Titel gesichert hat.

  • Robust-RB

Das komplette Gegenteil. Du startest, in dem du die ersten Runden im Draft nur RBs draftest. Der Trend geht stark in diese Richtung, sind es doch die RB, die in den letzten zwei Saisons die Champions gekürt haben.

  • Balanced

Du besetzt zuerst alle Positionen, bevor du dich um die „Tiefe“ auf einer Position kümmerst.

  • Punting

Von wegen Punter sind keine Footballer. Hier stehen sie sogar für eine eigene Strategie. Du „puntest“ Dein erstes Jahr weg, in dem du viele junge Spieler mit Risiko draftest. Ein Teil dieser schlägt ein und du kannst im zweiten Jahr um den Titel mitspielen.

  • Win-now

Gewinnen. Jetzt. Das sagt alles. Der Blick geht weniger in Richtung Zukunft, sondern es geht um das Hier und Jetzt. Welche Spieler geben dir die beste Wahrscheinlichkeit, um Spiele zu gewinnen? Das ist dein Beuteschema, die Altersstruktur ist weniger wichtig in diesem Zusammenhang.

  • BPA – Best player available

Du holst dir den (vermeintlich) besten Spieler, der in diesem Moment auf dem Board zu haben ist. Vorteil für dich: Du brauchst nicht wirklich einen Plan, solltest nur wissen, wer der (vermeintlich) beste Spieler just in diesem Moment ist.

Fazit

Je nach Ansatz und Format gibt es natürlich Spieler, die besser oder weniger gut geeignet sind – aber bevor du dir darüber Gedanken machst, solltest du dir über deinen Rahmen im Klaren sein – das ist entscheidend! Am Ende bleibt nämlich die Erkenntnis: auch ein schlechter Plan ist immer noch besser, als gar kein Plan!

 

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Emin

Buffalo Bills seit Mitte 90er und Dynasty Fantasy Football forever. Lieblinge: Derrick Henry und Jerrick McKinnon.