Quarterbacks und Running Backs haben wir bereits abgearbeitet. Zeit, einen Blick auf mögliche Best-Case-Szenarien für die Wide Receiver-Free Agents zu werfen.

Golden Tate (zuletzt: Philadelphia Eagles)

Golden Tate kam erst im Laufe der vergangenen Saison zu den Eagles. Jedoch konnte er in dieser Zeit weder mit Carson Wentz noch mit Nick Foles eine besondere Chemie herstellen. Sein Vertrag läuft nun aus und es ist äußerst wahrscheinlich, dass er nach nur wenigen Monaten in Philadelphia erneut seine Koffer packen muss.

Er selbst hat in den vergangenen Wochen öffentlich mit einem Wechsel zu den New England Patriots kokettiert. Ein Szenario, das ich durchaus gutheißen würde. In Coach Belichicks System sind Receiver seiner Art, die sowohl Outside als auch im Slot spielen können, gern gesehen. Zudem ist er vor allem auf den kurzen und mittleren Routen ein starker Route-Runner, was auch Tom Brady und seinem Kurzpassspiel sehr entgegen kommen würde. Die Patriots haben zwar lediglich 23 Mio. Cap-Space, doch haben sie in der Offense nicht viele Lücken und könnten sich mit einer Addition Golden Tates im Draft auf die Defense konzentrieren. Eine Win-Win-Situation.

Best Fit: Golden Tate → New England Patriots

 

Devin Funchess (zuletzt: Carolina Panthers)

Devin Funchess passt nicht mehr in das System der Carolina Panthers. Mit D.J. Moore und Curtis Samuel setzen die Panthers jetzt eher auf kleine, schnelle Receiver, die sie mit starken Pass-Catching Tight Ends (Greg Olsen und Ian Thomas) kombinieren. Aber nicht nur wegen seiner Inkompatibilität zum System hat er keine Zukunft mehr in Carolina. Nein, die Leistungen, die er in der vergangenen Saison darbot, waren gelinde gesagt unterwältigend. Mit 11 Drops und einer Drop-Rate von 13,9 % war er die traurige Nummer 1 der Liga.

Doch ich denke, sein Ende in Carolina wird nicht gleichbedeutend mit seinem Ende in der NFL sein. Für mich würde ein Engagement bei den Baltimore Ravens Sinn ergeben. Lamar Jackson hat in seiner Rookie-Saison gezeigt, dass er im Passspiel noch nicht auf NFL-Niveau angekommen ist. Lediglich 58 % Completion-Rate sprechen nicht für ein effizientes Passspiel. Hierbei könnte Devin Funchess durchaus nützlich für Jackson sein. Ein Big-Body-Receiver (6’4“), der alleine von seinen körperlichen Voraussetzungen Vorteile gegenüber einigen Defendern hat, der dennoch für seine Größe nicht langsam ist und der durch seine Größe und seinen Catch Radius ein leichtes Ziel für Jackson darstellt. All das dürfte Devin Funchess in Baltimore zu einem Go-to-Guy machen, wodurch Jackson auch weniger dazu gezwungen wäre, selbst mit dem Ball zu laufen. Ein Nebeneffekt, der John Harbaugh sicherlich gefallen dürfte.

Best Fit: Devin Funchess → Baltimore Ravens

 

John Brown (zuletzt: Baltimore Ravens)

John Browns Jahr bei den Ravens hatte zwei Gesichter: Das eine mit Joe Flacco, das andere mit Lamar Jackson under Center. Unter Flacco konnte er des Öfteren seinen Speed nutzen und das ein oder andere Big Play generieren. Diese Fähigkeit verkümmerte unter Jackson förmlich. Es ist schwierig für einen Deep Threat-Receiver sein volles Potential auszuschöpfen, wenn der Quarterback Probleme mit der Genauigkeit seiner Würfe hat. Das ist der Grund, weshalb ich Baltimore nicht für einen guten Spot für John Brown halte.

Es klingt vielleicht komisch, doch ich halte die Buffalo Bills für einen guten Spot für John Brown. Ich weiß, niemand hätte gerne einen Wide Receiver von den Bills und jeder Antonio Brown-Owner hat aufgeatmet als sich das Gerücht als Ente entpuppte. Ja, Josh Allen hatte nur eine Completion-Rate von knapp über 50%. Ja, Josh Allen läuft oft und gerne selbst. Doch dass er Probleme mit der Wurfgenauigkeit haben würde, war schon letztes Jahr um diese Zeit klar. Ich denke, er wird sich im Laufe der Zeit in dieser Hinsicht verbessern. Vor allem, wenn seine O-Line es endlich hinbekommt, ihm die Zeit zu verschaffen, die er – gerade als junger Quarterback – benötigt. Er war bei fast einem Viertel aller Passversuche unter Druck. Das ist enorm.

Warum also glaube ich, dass Buffalo eine gute Adresse für John Brown wäre?

Die Konkurrenz in Buffalo ist bescheiden. John Brown könnte sofort zum #1 Receiver werden. Dazu hat Josh Allen einen starken Arm. Er hat von seinen 320 Passversuchen 65 tief geworfen – das sind über 20%. Anders ausgedrückt: Jeder fünfte Ball geht tief. Das ist doch wie gemalt für einen Deep Threat-Receiver. Viele tiefe Bälle bedeuten viele Gelegenheiten für John Brown, seinen Speed auszuspielen und Big Plays zu generieren.

Sollte dies wirklich so kommen, werden viele John Brown-Owner daran interessiert sein, ihn wegzugeben. Ein idealer Moment, um sich dieses Upside zu sichern.

Best Fit: John Brown → Buffalo Bills

 

Tyrell Williams (zuletzt: Los Angeles Chargers)

Tyrell Williams ist ein weiterer Big Play-Receiver. Er ist zwar kein Superspeed-Receiver, wie z.B. ein Tyreek Hill, doch war er in der letzten Saison die Nummer 13, was Yards pro Reception (15,9) angeht. Zudem ist er mit 6’3 auch ein brauchbares Redzone-Target und er hat in der letzten Saison fast 70% seiner Contested Catches gewonnen. Dazu kommt, dass er lediglich 2 Drops hatte. Er ist also ein durchaus zuverlässiger X-Receiver, der sowohl für tiefe Bälle als auch für Pässe in der Redzone geeignet ist. Natürlich wären die Chargers weiterhin ein guter Spot für ihn. Doch ich glaube, dass es ein Team gibt, bei dem sein Fantasy-Value noch höher sein würde: Die Pittsburgh Steelers.

Nach dem Abgang von Antonio Brown ist bei den Steelers ein Platz frei geworden. Natürlich könnte hier ein James Washington die Stelle einnehmen, doch könnte Tyrell Williams eine lohnende Alternative für das Team aus Steel City darstellen. Beide Seiten könnten von so einer Konstellation profitieren. Ben Roethlisberger wirft sehr gerne tief und – wie man in manchen Spielen in der Vergangenheit gesehen hat – auch gerne mal riskant. Da Tyrell Williams in der Lage ist, viele 50:50 Bälle für sich zu entscheiden, dürfte sich auch Big Ben über eine Zusammenarbeit mit ihm freuen. Sicherlich ist er bei weitem kein Antonio Brown, doch wird er die Steelers auch nicht so viel kosten.

Best Fit: Tyrell Williams → Pittsburgh Steelers

 

Michael Crabtree (zuletzt: Baltimore Ravens)

Michael Crabtree kommt aus einem Down-Jahr. Nie war sein Durchschnitt für Yards pro Spiel schlechter (37,9) und nur in seinem Rookie-Jahr 2009 hatte er weniger Touchdowns (2009: zwei / 2018: drei) bei mindestens elf Spielen. Mit insgesamt acht Drops war er außerdem Nummer sechs in der Liga. Das alles hat zu seiner vorzeitigen Entlassung bei den Baltimore Ravens geführt. Sicherlich war es kein gutes Jahr von ihm, doch ich denke, dass auch die Quarterback-Situation in Baltimore ihren Einfluss darauf hatte. Wie bereits erwähnt, litt das Passspiel der Ravens deutlich unter Lamar Jackson. Was ich damit sagen will: Ich denke Michael Crabtree hat noch ein paar Jahre im Tank, auch wenn er vielleicht nicht mehr unbedingt ein #1-Receiver für ein NFL-Team werden wird. Als WR2 (nicht Fantasy WR2) dürfte er trotzdem immer noch gut zu gebrauchen sein.

Deshalb würde ich ihn gerne bei den Green Bay Packers sehen. Die Packers brauchen dringend ein Pendant zu Davante Adams auf der anderen Seite. Weder Marquez Valdes-Scantling noch Equanimeous St. Brown (beide auf Anhieb richtig geschrieben – yeah!) konnten in ihrer Rookie-Saison gänzlich überzeugen. Beide hatten ihre Glanzlichter, doch konnten sie sich in der Offense der Packers noch nicht wirklich etablieren. Ich denke, dass jemand wie Crabtree gut in das System passen würde. Aaron Rodgers braucht mehr Spieler, die er in der Redzone suchen kann. Da die Chemie zwischen ihm und Jimmy Graham nicht zu passen scheint – vielleicht auch, weil Rodgers Tight Ends noch nie wirklich eingesetzt hat -, könnte hier ein Redzone Threat-Receiver wie Crabtree durchaus Sinn ergeben. Auch wenn Crabtrees jüngste Saison alles andere als gut war, so konnte er doch in einer Hinsicht überzeugen: Contested Catches. Mit 29,4 % gewonnenen Contested Catches war er Wide Receiver #26 in der Liga. Ein sehr guter Wert vor allem in Hinblick auf seine Rolle als Receiver in der Red- und Endzone.

Außerdem: Mit Aaron Rodgers als Quarterback würde sein Value auf jeden Fall auf Anhieb enorm steigen.

Best Fit: Michael Crabtree → Green Bay Packers

c89b485a27dabf261af3f30cf166e34b?s=96&d=mm&r=g - Wide Receiver Free Agents 2019 - Best Fits
Lukas

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