Abschließend wollen wir uns den Tight Ends zuwenden. Hier sind die großen Namen in diesem Jahr eher Mangelware, doch sind auch ein paar interessante Kandidaten dabei.

Jared Cook (zuletzt: Oakland Raiders)

Jared Cook hatte ein Career-Year. Nie hatte er mehr Receptions (68), nie mehr Yards (896) und nie mehr Touchdowns (6). Angesichts der sogenannten Konkurrenz auf den Receiving-Positionen ist das allerdings auch kein Wunder. Nachdem Amari Cooper zu den Cowboys getradet worden war, gab es als nennenswerte Konkurrenz für Receptions lediglich Jordy Nelson, der aber in Oakland nie wirklich Fuß fassen konnte. Aber dieses Vakuum haben die Raiders nun mit Antonio Brown gefüllt. Das wird sich auf die Zahl der Targets für Cook auswirken. Er hat zwar bewiesen, dass er eine gewisse Connection mit Derek Carr hat und die Anwesenheit Browns kann durchaus Lücken für ihn öffnen. Doch sehe ich noch ein Team, in das er vielleicht sogar noch besser passen würde: Die New Orleans Saints.

Seit dem Abgang Jimmy Grahams hatte man in New Orleans keinen wirklich guten Tight End mehr. Mit Jared Cook könnte man dies ändern und sich zudem noch einiges an Erfahrung in den Receiver-Corps holen. Ein nicht zu unterschätzender Vorteil. Einen weiteren Big-Body-Receiver (6’5), den Drew Brees in der Endzone bedienen kann, würde diesem sicherlich exzellent gefallen. Denn wenn man sich Brees‘ Karriere anschaut, sieht man, dass Tight Ends keine unwesentliche Rolle in seinen Targets gespielt haben. In seinen Top 20-Receivern tauchen mit Jimmy Graham, Benjamin Watson, Jeremy Shockey und Antonio Gates gleich 4 Tight Ends auf – also 20 %. Warum also sollte ein Jared Cook diese Tradition nicht fortführen können?

Best Fit: Jared Cook → New Orleans Saints

 

Tyler Eifert (zuletzt: Cincinnati Bengals)

Tyler Eiferts Karriere erzählt die Geschichte eines hochtalentierten, jedoch ebenso hochgradig vom Verletzungspech verfolgten Spielers. Was hätte er für eine Karriere hinlegen können, hätte das Schicksal es gut mit ihm gemeint. Seit er 2013 in die Liga kam, bestritt er in der Regular Season von möglichen 96 Spielen gerade einmal 43. Er verpasste also mehr als die Hälfte aller Spiele. Überhaupt hat er noch nicht eine Saison über die volle Distanz von 16 Spielen absolvieren können.

Es ist gut vorstellbar, dass die Bengals weiterhin an ihm festhalten und ihm einen neuen Vertrag anbieten. Denn seine Gehaltsforderungen werden nicht hoch sein und sein Upside, wenn er mal fit bleiben kann, ist enorm. Doch ebenso gut vorstellbar ist, dass sie einen dauerverletzten Spieler nicht länger bezahlen wollen und sich nach einer Alternative umsehen.

In diesem Fall glaube ich, dass Tyler Eifert mit seinen Fähigkeiten gut in das Team der Houston Texans passen würde. Den Texans fehlt ein großer Receiver in der Mitte des Feldes, dem die gegnerischen Verteidigungen Aufmerksamkeit schenken müssen. Das würde noch mehr Lücken öffnen für DeAndre Hopkins, Will Fuller und Keke Coutee. Mit Tyler Eifert würde diese ohnehin schon hochwertig besetzte Receiving-Crew nochmal ein Upgrade erfahren. Die Texans haben einen Cap-Space von 73 Mio. Dollar und Tyler Eifert würde sicherlich nicht viel davon in Anspruch nehmen. Eine High-Risk-High-Reward-Chance für die Texans, aber eine Überlegung durchaus wert. Und vielleicht kann Eifert sein Pech mit schweren Verletzungen in Cincinnati zurücklassen und seine Karriere doch noch in eine rosige Zukunft führen.

Best Fit: Tyler Eifert → Houston Texans

 

Austin Seferian-Jenkins (zuletzt: Jacksonville Jaguars)

Austin Seferian-Jenkins hatte in der vergangenen Saison bei den Jacksonville Jaguars vor allem mit Verletzungen zu kämpfen. Lediglich fünf Spiele konnte er absolvieren und brachte es dabei auf elf Receptions für 90 Yards und einen Touchdown. Das sind nicht unbedingt Bewerbungsunterlagen, die ihn zu Größerem berufen. Doch ich glaube, dass es ein Team gibt, das ihn vielleicht noch einmal aus der Versenkung holen kann: Die Seattle Seahawks.

Die Seahawks hatten in der letzten Saison einen sehr einseitigen Gameplan: Laufen, laufen, laufen, laufen. Und es hat auch ganz gut funktioniert. Immerhin sind sie bis in die Divisional Round gekommen. Dennoch ist es beinahe verschwenderisch, wenn man den Ball so oft aus den Händen von Russell Wilson nimmt – der Typ ist ein Magier. Doch hat man ihm eines angemerkt: Ihm fehlte Jimmy Graham. Rein von seinen Statistiken kann man gut dagegen argumentieren, denn Wilson konnte in der vergangenen Saison trotz deutlich weniger Passversuchen einen Touchdown mehr (35) als im Vorjahr erzielen. Doch wenn man ein bisschen tiefer in die Statistiken geht, sieht man, was ich meine:

Jimmy Graham war Wilsons Lieblingsziel in der Redzone (2017 gingen 36 % der Redzone-Targets in Richtung Graham – #1 der Liga). In dem Jahr gingen von Wilsons 34 Touchdowns zehn auf das Konto von Graham – fast jeder Dritte. Im Jahr davor waren es von 21 Touchdowns 6 – ebenfalls fast jeder Dritte. Im vergangenen Jahr dann konnten die Tight Ends Will Dissly (zwei), Ed Dickson (drei) und Nick Vannett (drei) zusammen acht von 35 Touchdowns verbuchen – nicht ganz jeder Vierte. Man sieht also: Wilson bedient in der Red- und Endzone gerne seine Tight Ends.

Austin Seferian-Jenkins und Russell Wilson könnten also bei einer möglichen Zusammenarbeit voneinander profitieren. Denn ASJ ist ein durchaus athletischer Tight End und hat zuvor auch schon immer mal wieder gezeigt, dass er ein verlässlicher Passempfänger ist. Wenn er nun die Chance bekommen würde, sich unter einem guten Quarterback zu beweisen, bin ich sicher, dass sein Output äußerst brauchbar wäre.

Best Fit: Austin Seferian-Jenkins → Seattle Seahawks

 

Hinweis: Alle Cap-Space-Angaben sind auf dem Stand vom 11.03.19

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Lukas

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