Die Saison 2018 ist rum und die Planungen für die Saison 2019 sind in vollem Gange. Wir wollen aber nochmal zurückzuschauen und einen Blick auf die Spieler zu werfen, die positiv oder negativ hervorstachen. Mit dem Wissen wollen wir euch die Empfehlung geben, was ihr mit diesem Spieler machen solltet.

 

Buy-High Kandidat: TE George Kittle, San Francisco 49ers

Wenn vor der Saison jemand gesagt hätte, dass George Kittle mehr als 1.300 Receiving Yards hat und das ohne Franchise-Quaterback Jimmy Garropolo, denn hätte man wohl für verrückt erklärt. Es ist aber passiert, denn Kittle hatte am Ende der Saison 88 Receptions für 1.377 Yards und 5 Touchdowns. Zum Vergleich: 2017 erreichte Kittle bei 43 Receptions 515 Yards und 2 TDs. Der Grund dafür ist seine erhöhte Snap Share. Hatte er 2017 noch 60,6% Snap Share, war es 2018 94,2%.

Wer jetzt aber glaubt, dass das schon das Ende der Fahnenstange ist, der irrt. Mit 79,3% Catchable Target Rate hat er sogar noch Luft nach oben. Mit 86,1 Yards pro Spiel hat er zudem die meisten aller Tight Ends in der NFL, was ihn und seine 16 Fantasy Punkte pro Spiel sehr wertvoll für euer Dynasty-Team machen. Sein Value auf einer Position, wo es wenige konstant gute Punktelieferanten gibt, ist sehr hoch, was sein Value over Stream von 6,2 (Platz 19 in der NFL) beweist. Mit seinem 25 Jahren ist Kittle zudem jemand, der noch über sehr lange Zeit diese Position besetzen kann. Für ihn müsste daher mindestens eure 1.01 hinlegen und wohl auch noch etwas oben drauf. Der Preis ist zwar hoch, aber Kittle ist es definitiv wert!

Buy-Low Kandidat: WR Quincy Enunwa, New York Jets

Der ein oder andere mag überrascht sein, warum Quincy Enunwa hier auftaucht, wartet man doch noch immer auf seine Outbreak Season. 2017 fehlte er aufgrund einer Nackenverletzung verletzt, was man ihm an Anfang der 2018er Saison aber nicht mehr anmerkte. In den ersten vier Spielen hatte er bemerkenswerte Durchschnittswerte von 9,25 Targets und 13,7 Fantasy Punkte pro Spiel. Das war zum damaligen Zeitpunkt Platz 17 unter allen Wide Receivern. Dann hatte er jedoch wieder ein paar Verletzungsprobleme, sodass er am Ende „nur“ noch bei 7,9 Fantasy Punkte pro Spiel lag.

Warum solltet ihr also Enunwa holen? Das liegt definitiv an seiner Situation bei den Jets. Er hat im Dezember einen neuen Vier-Jahres-Vertrag unterschrieben. Weiterhin lassen 26,5% Red Zone Target Share (Platz 14 in der NFL) und nur 69,8% Catchable Target Share auf eine Explosion in der kommenden Saison hoffen.  Zudem hat er in Head Coach Adam Gase und Offensive Coordinator Jim Cooter zwei Trainer, die viel Wert auf Slot-Receiver mit hohem BMI legen. Mit seinen 28,9 BMI, Platz 7 in der NFL, hat er gute Voraussetzung eine Rolle einzunehmen, die Albert Wilson, Jarvis Landry und Golden Tate herausragend ausgefüllt haben. Für einen späten Zweitrunden- oder frühen Drittrundenpick solltet ihr ihn bekommen.

Sell-High Kandidat: RB Leonard Fournette, Jacksonville Jaguars

Ein Move, der mit Risiko verbunden ist. Aber führt euch mal die Fakten vor Augen. Fakt ist, dass Fournette in seinen ersten beiden Jahren bereits elf Spiele verpasst hat. Auf einer solchen Position, wo es viele Verletzungen hat, ist das mit 24 Jahren schon ein Warnzeichen. Für die kommende Saison liegt die Wahrscheinlichkeit, dass er sich erneut verletzt,  laut sportsinjurypredictor.com bei 57,5%. Damit liegt er auf einem Level wie Darren Sproles und Chris Thompson. Zudem ist seine Produktion runtergegangen. In seinem ersten Jahr hat er noch einen Average von 3,9 Yards per Carry. Im zweiten war es schon nur noch 3,3 Yards. Auch bei den Advanced Statistiken kommt er nicht gut weg. Seine 2,3% Breakaway Run Rate ist die fünftschlechteste aller Running Backs mit mehr als 125 Carries und seine 3,2 True Yards per Carry ist der drittschlechteste Wert in dieser Gruppe.

Jetzt werdet ihr mit Sicherheit sagen wollen: „Er hat aber letzte Saison trotzdem 15,1 Fantasy Punkte pro Spiel gemacht.“ Das stimmt zwar, aber sie war in der Saison vorher noch 17,7 Punkten pro Spiel. Zudem erzielt er nur 0,76 Fantasy Points per Opportunity, was Platz 82 unter allen RB’s ist. Was ihm zudem noch zum Verhängnis wird, ist die volle Box, die Gegner ihm präsentieren. Durchschnittlich sind 7,2 Defender in der Box, was der neunthöchste Wert in der NFL ist. Ebenfalls ist seine fehlende Qualität im Passing Game ein Problem, was 3,2 Targets pro Spiel und 8,3 Pass Routen pro Spiel belegen. Zudem bekommt er mit Offensive Coordinator John DeFilippo einen neuen Coach, der bei den Minnesota Vikings entlassen wurde, weil er zu wenig Läufe gecallt hat. Sein neuer Running Back Coach Terry Robiskie hat zudem bisher ausschließlich Wide Receiver trainiert. Also tradet ihn für einen Top-RB oder für den 1.01 mit einem weiteren Erstrundenpick.

Sell-Low Kandidat: WR DeVante Parker, Miami Dolphins

Es sollte die Saison von DeVante Parker werden. Jarvis Landry wurde per Trade abgegeben und somit ging er als No.1-Receiver in die Saison. Es fing jedoch nicht gut, da er sich erst eine Finger brach und dann eine Oberschenkelverletzung zuzog. Aber auch danach wollte er nicht so richtig durchstarten. So hatte er lediglich in einem Spiel mehr als 50 Receiving Yards. Deswegen haben die Miami Dolphins auch versucht ihn zu traden, was ihm vielleicht geholfen hätte.

Jetzt haben die Dolphins ihn aber mit einem neuen Zwei-Jahres-Vertrag ausgestattet. Mit dem neuen Coach Brian Flores und dem neuen Offensive Coordinator Chad O’Shea, der bei den New England Patriots neun Jahre lang die Wide Receiver trainiert hat, ist die Chance auf einen Neustart da, allein der Glaube fehlt. Seine True Catch Rate von 68,6% (Platz 105 in der NFL) und sein Fantasy Points per Target von 1,3 (Platz 103) beweisen dies eindrucksvoll. Vom Potenzial her war er der beste Wide Receiver im Roster bei den Dolphins, konnte dies aber nicht beweisen. Zwar lassen seine Average Target Distance (Platz 34) hoffen, aber dafür muss seine Catch Rate einfach besser werden. Auch wenn er nun einen neuen Zwei-Jahres-Vertrage bei den Dolphins unterschrieben hat, versucht einen Dritt- oder Viertrundenpick im Rookie-Draft zu ergattern.

 

Neben den vier genannten Kandidaten haben wir noch zwei weitere besondere Empfehlungen für euch.

Dynasty mit mehr als zwölf Teams: RB C.J. Anderson, Los Angeles Rams: Buy-Low

C.J. Anderson - Abgeben oder Behalten? - Ein Rückblick auf die NFL Saison 2018

Quelle: playerprofiler.com

Wer hätte zur Mitte der Saison nochmal gedacht, dass C.J. Anderson ein solchen Impact haben wird wie bei den Los Angeles Rams. In fünf Spielen für die Rams hat er 487 Rush Yards und 5 Touchdowns produziert. Klar hat er dabei auch von der Verletzung von Todd Gurley profitiert und war in den letzten zwei Spielen nicht mehr so präsent. Dennoch hat er allen bewiesen, dass er es noch drauf hat und gerade sein Spiel gegen die Dallas Cowboys (123 Rush Yards, 5,3 Yards per Carry, 2 Touchdowns) war beeindruckend.

Er ist aktuell Free Agent, wird aber wohl nach aktuellen Gerüchten bei den Rams bleiben. Es wäre auch fahrlässig ihn gehen zu lassen, führte er doch mit 5,6 True Yards per Carry die NFL an. Das ist umso bemerkenswerter, wenn man sieht, dass er mit 7,2 Average Defender in der Box (Platz 8 in der NFL) sich viel Masse gegenüber sah. Zudem ist noch nicht sicher, wann Todd Gurley, der ein Arthritis im Knie hat, wieder fit sein wird. Sobald feststeht, wo es Anderson hingeht und wie seine Rolle dort aussehen soll, solltet ihr wirklich darüber nachdenken, ihn als Back-Up für euer Team zu holen. Zwar ist er mit 28 Jahren nicht mehr der jüngste, aber er wird noch für einige Jahre in der NFL eine gewichtige Rolle einnehmen. Bekommen dürftet ihr ihn für einen Dritt- oder Viertrundenpick im Rookie-Draft.

Super-Flex/ Zwei QB Liga: QB Nick Foles, Jacksonville Jaguars: Sell-High 

Tradet ihn sofort! Der Hype um ihn ist momentan groß, da er als ehemaliger Super-Bowl-MVP Starter wird. Jetzt erwartet man von ihm, dass er die Jacksonville Jaguars, in Richtung Super Bowl führen kann. Aber sein wir mal ganz ehrlich: das kann und wird er nicht. Nick Foles stand vor seinem Engagement bei den Eagles vor dem Karriereende, weil er die Lust am Football verloren hatte. Lediglich Doug Pederson konnte ihn überzeugen und gab ihm den Spaß zurück, sodass er Super-Bowl-MVP werden konnte. Doch was in dem Zusammenhang gerne vergessen wird: seine Stats vor dem Start der 2017er Playoffs waren unterirdisch. In den fünf Spielen nach der Verletzung von Wentz brachte er 56,4% seiner Bälle für 537 Yards, fünf Touchdowns und zwei Interceptions an den Mann. Da zeigte er in seinen fünf Spielen 2018 mit 1.413 Yards, sieben Touchdowns und vier Interceptions durchaus mehr.

Das lässt zwar hoffen, aber sein Value over Stream Wert von 1,2 reicht nur zu Platz 114. Auch seine 7,0 Yards/Attempt, Platz 36 in der NFL, überzeugen auch nicht. Selbst Brock Osweiler hatte dort mehr. In dieser ganzen Betrachtung darf man zudem einige Dinge nicht vergessen:

  • bei den Eagles hatte er eine der besten O-Lines der Liga,
  • zwei verlässliche Receiver in Alshon Jeffery und Zach Ertz,
  • ein sehr variables Run Game und
  • ein Offensiv-Guru in Pederson.

Eine solch perfekte Situation gibt es bei den Jacksonville Jaguars nicht. Deswegen solltet ihr den Hype nutzen und einen Erstrundenpick im Rookie-Draft für ihn verlangen.

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Sebastian