Die Saison ist gerade vorbei, die Patriots haben wieder einmal den Super Bowl gewonnen (yeah!) und die lange Leidenszeit bis zum Start der neuen Saison hat gerade erst begonnen. Doch natürlich schläft die Fantasy-Saison niemals – ganz besonders die Dynasty-Saison nicht! Deshalb wollen wir euch schon mal ein paar Namen mit auf den Weg geben, die ihr in den nächsten Wochen genauer unter die Lupe nehmen solltet. Natürlich wird bis zum Draft noch einiges passieren und auch die Combine wird nochmal einiges ordentlich durch würfeln. Nichtsdestotrotz stellen wir euch hier schon einmal die aktuell heißesten Namen der RB-Class 2019 vor:

(Die folgende Reihenfolge ist kein Ranking)

Darrell Henderson (Memphis, Junior, 5’9, 200 lbs)

Rushing & Receiving Table
RushingReceivingScrimmage
YearSchoolConfClassPosGAttYdsAvgTDRecYdsAvgTDPlaysYdsAvgTD
*2016MemphisAmericanFRRB13874825.552023711.931077196.78
*2017MemphisAmericanSORB1213011548.99242269.4215413809.011
*2018MemphisAmericanJRRB1321419098.9221929515.5323322049.525
CareerMemphis43135458.2366375812.0849443038.744
Provided by CFB at Sports Reference: View Original Table Generated 2/12/2019.

 

Darrell Henderson ist einer der produktivsten Running Backs, die in diesem Jahr in den NFL-Draft gehen. Er hat in seinen drei Jahren bei Memphis beeindruckende Zahlen (über 4000 Total-Yards & 44 Touchdowns) aufgelegt und das, obwohl er nie die klare Nummer 1 war. Henderson ist ein sehr physischer Running Back und seine größte Stärke ist das Durchbrechen von Tackles. Er ist unheimlich schwer, ihn zu Boden zu bringen, und er ist in der Lage, regelmäßig Yards-after-Contact zu generieren. Zudem hat er einen guten Blick dafür, wo Lücken in der Verteidigung entstehen und kann sowohl mit dem Kopf durch die Wand als auch geduldig auf die Blocks seiner Mitspieler warten und diese nutzen.

Was den NFL-Scouts jedoch Sorgen bereitet, ist Darrell Hendersons nicht optimale Statur (5’9, 200 lbs) für einen Workhorse-Runningback. Er hat zwar einen hohen Workload am College produktiv ummünzen können (8,9 Yards per Carry bei über 16 Carries per Game im Junior-Year), doch wird bei undersized Running Backs oft die Frage gestellt, ob sie dem hohen Workload in der NFL standhalten können. Dazu kommt, dass er zwar auf engem Raum sehr schnell und wendig ist, doch seine Endgeschwindigkeit im offenen Feld maximal durchschnittlich ist. Gefallen dürfte den Scouts dagegen, dass Henderson auch gut ins Receiving-Game eingebunden werden kann. Über 200 Receiving-Yards in jedem seiner drei College-Jahre unterstreichen das.

Für einen verlässlichen Vorausblick auf seine (Fantasy-)Produktivität ist es natürlich noch ein bisschen früh. Die ist logischerweise sehr abhängig von seinem Landing-Spot und der Gesamtsituation in dem Team. Doch in der richtigen Situation kann Darrell Henderson durchaus ein High-End Running Back werden.

Vorraussichtliche Runde im NFL-Draft: 2-3

Trayveon Williams (Texas A&M, Junior, 5’9, 200 lbs)

Rushing & Receiving Table
RushingReceivingScrimmage
YearSchoolConfClassPosGAttYdsAvgTDRecYdsAvgTDPlaysYdsAvgTD
*2016Texas A&MSECFRRB1315610576.8819914.8017511486.68
*2017Texas A&MSECSORB121737984.68201929.601939905.18
*2018Texas A&MSECJRRB1327117606.5182727810.3129820386.819
CareerTexas A&M60036156.034665618.5166641766.335
Provided by CFB at Sports Reference: View Original Table Generated 2/10/2019.

 

Über Trayveon Williams gehen die Meinungen auseinander, obwohl er bei Texas A&M gute Statistiken aufgestellt hat. In zwei von drei Jahren hat er die 1000-Yards-Hürde gemeistert. Lediglich in seinem Sophomore-Year blieb er unter dieser Marke. Das lag aber daran, dass die O-Line in diesem Jahr Probleme hatte und auch die Quarterback-Situation alles andere als optimal war.

Warum also wird über Williams so kontrovers geredet?

Trayveon Williams ist für einen Running Back eher klein gebaut (5’9, 200 lbs) und bringt nicht die Physis mit, um ein produktiver Goalline- oder Short-Yardage-Back zu sein. Er bringt zwar einige Erfahrung als Receiver mit – sowohl aus dem Backfield als auch auf außen – und hat gute Hände, doch lässt seine Produktivität mit dem Ball in den Händen sehr zu wünschen übrig. Er wurde zwar  immer öfter als Anspielstation gesucht, doch konnte er in drei Jahren keine 600 Receiving-Yards und lediglich einen Touchdown verbuchen. Darüber hinaus hat er große Probleme, Tackles zu durchbrechen und hat im Großen und Ganzen die Yards gemacht, die für ihn freigeblockt wurden.

Diese Schwäche kann er jedoch mit seiner größten Stärke einigermaßen kompensieren: Übersicht. Er kann unheimlich gut das Geschehen vor sich lesen und die Blockarbeit seiner Mitspieler für sich nutzen. Außerdem hat er sehr schnelle Füße und einen explosiven Antritt. Dadurch braucht er keine großen Lücken, um hinter die Defensive Front zu gelangen. Das alles führt dazu, dass Trayveon Williams sehr unterschiedlich betrachtet wird. Die einen nennen ihn einen guten „Change-of-pace Back„, während die anderen ihn zwar für einen guten College-Spieler halten, jedoch daran zweifeln, ob sein Skill-Set auf die NFL übertragbar sei. Besonders für ihn werden seine Leistungen beim NFL-Combine entscheidend sein.

Vorraussichtliche Runde im NFL-Draft: 5-7

Devin Singletary (Florida Atlantic, Junior, 5’9, 200 lbs)

Rushing & Receiving Table
RushingReceivingScrimmage
YearSchoolConfClassPosGAttYdsAvgTDRecYdsAvgTDPlaysYdsAvgTD
2016Florida AtlanticCUSAFRRB1215210216.712261636.3017811846.712
*2017Florida AtlanticCUSASORB1430119186.4321919810.4132021166.633
2018Florida AtlanticCUSAJRRB1226113485.2226366.0026713845.222
CareerFlorida Atlantic71442876.066513977.8176546846.167
Provided by CFB at Sports Reference: View Original Table Generated 2/10/2019.

 

Devin Singletary, Spitzname „Motor“, hat bei FAU beeindruckende Zahlen aufgelegt. Er hat in jedem seiner drei College-Jahre die 1000-Yards-Marke geknackt und immer Touchdown-Zahlen im zweistelligen Bereich produziert. Besonders sein Sophomore-Year war bemerkenswert. Über 2100 Scrimmage-Yards und insgesamt 33 Touchdowns konnte er in 14 Spielen auf’s Board bringen, wodurch er zum MVP der Conference USA wurde. Eine Leistung, die er auch aufgrund des Abgangs von gleich drei (!) Starting O-Linern im Junior-Year nicht wiederholen konnte.

Singletary ist ein sehr schwer zu tackelnder Running Back, der sich vor allem durch seine plötzlichen und schnellen Cuts auszeichnet. Das gepaart mit seiner exzellenten Übersicht hilft ihm enorm dabei, den Verteidigern auszuweichen. Er scheut sich jedoch nicht davor, die Pads runter zu nehmen und den Kontakt mit den Verteidigern zu suchen. So ist er in der Lage, das ein oder andere Tackling zu durchbrechen. Gelingt ihm dies nicht, bleibt er mit seinen Beinen dennoch immer in Bewegung und kann sich so im Großteil der Fälle noch einige Yards nach dem Kontakt erkämpfen. Was noch auffällt, wenn man ihn spielen sieht, ist seine Geduld. Es erinnert ein wenig an Le’Veon Bell, wie er hinter seinen Blockern wartet bis sich eine Lücke auftut, um diese dann konsequent zu nutzen. So vermeidet er oft frühe Tacklings hinter der Line of Scrimmage.

Was ihn jedoch massiv von einem Spieler wie Bell unterscheidet, sind seine Fähigkeiten im Passing-Game. Zum einen ist er nicht der optimale Blocker in der Pass-Protection, was allein schon aufgrund seiner eher kleinen Statur (5’9, 200 lbs) in der Natur der Sache liegt. Zum anderen sind seine Zahlen als Passempfänger am College unterirdisch. Das liegt aber nicht unbedingt an ihm, denn er hat selten die Chance bekommen, seine Fähigkeiten unter Beweis zu stellen. Gerade einmal sechs Receptions im Junior-Year lassen darauf schließen. Aufgrund seines Skill-Sets kann man durchaus auf eine Entwicklung in Sachen Route-Running hoffen.

Bedenken haben einige Scouts auch, was seinen Speed angeht. Sowohl seine Endgeschwindigkeit als auch seine Explosivität sind nicht das, was man von einem Spieler wie Devin Singletary erwartet. Seine Cuts sind zwar hart und schnell, doch fehlt ihm auf den ersten Metern diese Explosivität, um sich dadurch entscheidend vom Gegner absetzen zu können.

Vorraussichtliche Runde im NFL-Draft: 2-3

David Montgomery (Iowa State, Junior, 5’11, 216 lbs)

Rushing & Receiving Table
RushingReceivingScrimmage
YearSchoolConfClassPosGAttYdsAvgTDRecYdsAvgTDPlaysYdsAvgTD
2016Iowa StateBig 12FRRB121095635.22131299.901226925.72
*2017Iowa StateBig 12SORB1325811464.411362968.2029414424.911
*2018Iowa StateBig 12JRRB1225712164.713221577.1027913734.913
CareerIowa State62429254.726715828.2069535075.026
Provided by CFB at Sports Reference: View Original Table Generated 2/10/2019.

 

David Montgomery ist ein sehr vielseitiger Running Back. Er ist ein ziemlich harter, aggressiver Läufer und unglaublich stark im Durchbrechen von Tacklings. Es braucht meist mehrere Verteidiger, um ihn zu Boden zu bringen. Durch seine Robustheit ist er auch immer wieder in der Lage, zusätzliche Yards herauszuholen noch während er getackled wird. Außerdem kann er mehrere harte Cuts aneinander reihen, ohne dabei aus dem Rhythmus zu geraten. Dies macht es den Verteidigern noch einmal erheblich schwerer, an ihn heran zu kommen. Zudem hat er die richtige Statur (5’11, 216 lbs), um einem hohen Workload standhalten zu können, was er am College auch beweisen konnte. Trotz des Workloads hatte er in den drei Jahren keinerlei Probleme mit Verletzungen. Darüberhinaus ist er auch im Passing-Game ein nicht zu unterschätzender Faktor. Zum einen, da er durch seine Physis ein durchaus passabler Blocker in der Pass-Protection ist. Zum anderen, weil er trotz allem über gute und sichere Hände verfügt und ein gutes Gespür dafür hat, sich frei zu laufen.

Doch weist Montgomery auch Schwächen auf: In Sachen Speed und Explosivität ist er maximal durchschnittlich. Ihm fehlt die Endgeschwindigkeit, um schnelle Defensive Backs im freien Feld abzuhängen, und die Explosivität, um aus seinen guten Cuts den maximalen Kapital zu schlagen. Weitere Sachen, die er lernen muss, sind Übersicht und Geduld. Er wird oft hektisch, wenn sein erster Read zu ist und neigt dann dazu, zu früh die Schultern runter zu nehmen. Dadurch läuft er oftmals in den Rücken seiner Blocker. Wenn er einmal in eine Richtung unterwegs ist, bleibt er zu oft dabei. Hier fehlt ihm noch die Übersicht zu erkennen, ob sich ihm auf der anderen Seite vielleicht mehr Platz bieten würde. Seine einzige Schwäche im Receiving-Game ist seine Konzentration. Manchmal lässt er einfache Bälle fallen, weil er mit dem Kopf schon einen Schritt weiter ist. Doch das ist nichts, worüber man beunruhigt sein müsste, da er ansonsten ein sehr ordentlicher Passempfänger ist.

David Montgomery bringt vieles mit, um in der NFL bestehen zu können. Angefangen bei seiner Statur bis hin zu seinem Skill-Set im Rushing- und Receiving-Game kann er zum einen ein effektiver Short-Yardage-Back werden, aber auch durchaus bei 3rd-Downs eingesetzt werden.

Vorraussichtliche Runde im NFL-Draft: 3

c89b485a27dabf261af3f30cf166e34b?s=96&d=mm&r=g - Rookie RB 2019 - Teil 1
Lukas

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