Die Saison ist gerade vorbei, die Patriots haben wieder einmal den Super Bowl gewonnen (Let´s go Bucs!) und die lange Leidenszeit bis zum Start der neuen Saison hat gerade erst begonnen. Doch natürlich schläft die Fantasy-Saison niemals – ganz besonders die Dynasty-Saison nicht! Deshalb wollen wir euch schon mal ein paar Namen mit auf den Weg geben, die ihr in den nächsten Wochen genauer unter die Lupe nehmen solltet. Natürlich wird bis zum Draft noch einiges passieren und auch die Combine wird nochmal einiges ordentlich durch würfeln. Nichtsdestotrotz stellen wir euch hier schon einmal die aktuell heißesten Namen der QB-Class 2019 vor:

 

Kyler Murray (Oklahoma Sooners, Junior, 5´10, 195 lbs)

Passing Table
Passing
YearSchoolConfClassPosGCmpAttPctYdsY/AAY/ATDIntRate
*2015Texas A&MSECFRQB87212159.56865.73.957109.2
*2017OklahomaBig 12SOQB7182185.735917.120.030276.5
*2018OklahomaBig 12JRQB1426037769.0436111.613.0427199.2
CareerOverall35051967.4540610.411.15014181.3
Texas A&M7212159.56865.73.957109.2
Oklahoma27839869.8472011.913.3457203.3
Provided by CFB at Sports Reference: View Original Table Generated 2/12/2019.

 

Der Nachfolger von Baker Mayfield bei den Oklahoma Sooners zeigte in seiner ersten Saison als Starter, dass er ebenfalls über ein enormes Potential verfügt und Mayfield in Nichts nachsteht. Am Ende der Saison sprang wie bei Baker Mayfield die Heisman Trophy heraus. Seine Mobilität dürfte einigen Playcallern in der NFL, ähnlich wie bei Lamar Jackson, völlig neue Möglichkeiten eröffnen. Mit über 1000 Rushing Yards und 12 Rushing Touchdowns schloss er das Jahr beeindruckend ab. Er verfügt neben der Mobilität über nahezu alle Fähigkeiten, die einen kommenden Franchise-Quarterback auszeichnen.

Ausgestattet mit einem guten Wurfarm, der ihm ermöglicht jeden Wurf erfolgreich und akkurat abzuschließen. 69 % Passing Completion belegen dies eindrucksvoll. Nur Dwayne Haskins hatte in der vergangenen Saison mit 70,2 % einen besseren Wert. Er ist sicher in und außerhalb der Pocket und kann Druck aufgrund der bereits erwähnten Athletik und Mobilität auflösen. Dabei besticht besonders sein Wurf aus dem Lauf. Diese Variabilität und Mobilität dürften einigen Defense Coordinatorn schon heute schlaflose Nächte bereiten. Und so ganz nebenbei erreichte er mit 11,6 YPA einen absoluten College Bestwert. Zum Vergleich: damit stellt er Leute wie Baker Mayfield, Michael Vick oder Russell Wilson in den Schatten, denn er zählt zu den Top 3 in dieser Kategorie überhaupt. Vielleicht sollte man noch erwähnen, dass Mayfield bereits 2 Jahre älter war als Kyler Murray seine Bestmarke erreichte.

Also wo ist der Haken bei Kyler Murray? Wenn wir uns ihn anschauen, fällt uns eins direkt ins Auge. Er ist nicht der Prototyp eines Quarterbacks – dies natürlich nur rein körperlich. So wird er aktuell bei 5`10 und 195 lbs geführt. Viele Experten denken sogar, dass er unter diesen Maßen liegt. Der Combine wird uns hier letztendlich Aufschluss geben. Fakt ist aber, dass er damit der kleinste und leichteste Quarterback bisher in der NFL sein wird. Aktuell führt diese Statistik Russell Wilson mit 5´11 an, allerdings wiegt er 204 lbs. Diese Werte führen bei einigen Experten zu Zweifeln, ob Murray damit in der harten NFL-Welt bestehen kann.

Eins hat die NFL aber gezeigt: dass sie immer mehr von klassischen Maßstäben, auch auf der QB-Position, abweicht und sich tendenziell Richtung College Football entwickelt. Eins ist für uns klar: Kyler Murray wird ein TOP 10 Pick dieses Jahr beim NFL-Draft und bringt alles mit, um auch euer Fantasy Dynasty Team in den kommenden Jahren zu prägen.

 

Dwayne Haskins (Ohio State, Sophomore, 6´3, 220 lbs)

Passing Table
Passing
YearSchoolConfClassPosGCmpAttPctYdsY/AAY/ATDIntRate
*2017Ohio StateBig TenFRQB8405770.25659.910.541173.1
*2018Ohio StateBig TenSOQB1437353370.048319.110.3508174.1
CareerOhio State41359070.053969.110.3549174.0
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Auch wenn Dwayne Haskins bei der Vergabe der Heisman Trophy Kyler Murray rein körperlich in den Schatten stellte, blieb für ihn trotz vieler Rekorde in der Big10 nur der zweite Platz hinter jenem Murray. Weiterhin ist für viele NFL-Scouts Größe und Gewicht ein wichtiges Puzzlestück, um in der NFL als Quarterback erfolgreich zu sein. Und hier bringt Dwayne Haskins einiges mit – 6`3 und 220 lbs kann man schon als „Gardemaße“ bezeichnen. Seine Maße weiß er geschickt in der Pocket einzusetzen. So gewinnt er oft Zeit in der Pocket, um dann seine Pässe erfolgreich an den Mann zu bringen. Haskins Stärke liegen vor allem in den Short und Intermedia Passes. Hier hat er eine enorm hohe Passgenauigkeit. Seine Completion Percentage lag im letzten Jahr und davor bei 70,2% , was der Bestwert unter den Starting-QB war. Zudem hatte er eine Interception Rate von lediglich 1,7 % .

Viele Experten vergleichen ihn aufgrund dieser kurzen genauen Pässe mit Alex Smith. Genau wie dieser hat Haskins allerdings Schwächen bei tiefen Pässen. Seine Armstärke scheint gegeben, allerdings muss er hier an seiner Genauigkeit arbeiten. Wenn man ihn mit Murray vergleicht, sieht man schnell, dass er nicht dessen Mobilität mitbringt. Trotzdem weiß er aber auch seinen Körper geschickt einzusetzen, z.B. bei kurzen Läufen. Gerade für ein Team, was verstärkt auf kurzes und intermediates Passspiel setzt, kann er ein absolut Starting-Quarterback werden. Allerdings ist auch klar, dass ein Lehrjahr für ihn sehr hilfreich ist. Er wird kein Quarterback sein, der sofort starten kann. Wird zu Beginn der ersten Runde gepickt.

 

Drew Lock (Missouri, Senior, 6´4, 225 lbs)

Passing Table
Passing
YearSchoolConfClassPosGCmpAttPctYdsY/AAY/ATDIntRate
2015MissouriSECFRQB1212926349.013325.14.04890.5
2016MissouriSECSOQB1223743454.633997.87.92310133.3
*2017MissouriSECJRQB1324241957.839649.510.24413165.7
*2018MissouriSECSRQB1327543762.934988.08.5288147.7
CareerMissouri883155356.9121937.98.09939138.8
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Wenn wir über Gardemaße bei Dwayne Haskins sprachen, dann müssen wir dies erst Recht bei Drew Lock tun. Ebenfalls 6´3 und stolze 225 lbs bringt er mit. Daneben verfügt er noch über einen extrem starken Arm, wo möglich den stärksten der kompletten Draft Klasse. Dass er die meisten Big Throws unter den Quarterbacks hat, verwundert also nicht. Wenn man sich zudem die Fähigkeiten ansieht, die er mitbringt, sieht dies schon fast nach einem Wunsch Quarterback aus. So kann er u.a. aus verschiedenen Arm-Winkeln jederzeit einen Wurf loslassen. In den letzten 5 Wochen der Saison war er statistisch gesehen der beste Quarterback hinter Murray.

Immer wieder fällt der Name Lock im Zusammenhang mit den Broncos. John Elway soll ihn ihm den lang erhofften Franchise-Quarterback sehen. Bei aller Euphorie über das was er mitbringt, ist eines ganz klar: er ist bei weitem noch kein fertiger Spieler. Er wird noch Zeit benötigen, besonders um an seiner Genauigkeit zu arbeiten. Selbst in seiner besten Saison (2018) brachte er es auf lediglich 63,2% Completion. Daneben ist sein Hauptproblem das Lesen des Gegners sowie die richtigen Entscheidungen unter Druck zu treffen. Auch wenn er sich in der vergangenen Saison bereits deutlich verbessert gezeigt hat, ist dies weiterhin ein Bereich, wo er noch Luft nach oben hat. Auch wenn Lock nicht ganz die große Aufmerksamkeit gilt wie Murray oder Haskins, sollte man ihn unbedingt auf dem Schirm haben. Er braucht allerdings noch Zeit, um sich hinter einem Bridge-QB zu einem Starting-Quarterback zu entwickeln. Über die nötigen Fähigkeiten verfügt Lock auf jeden Fall. Auch er wird wie alle seine hier genannten Kollegen in Runde 1 vom Board gehen.

 

Daniel Jones (Duke, Junior, 6´5, 220 lbs)

Passing Table
Passing
YearSchoolConfClassPosGCmpAttPctYdsY/AAY/ATDIntRate
*2015DukeACCFRQB
2016DukeACCFRQB1227043062.828366.66.4169126.3
*2017DukeACCSOQB1325745356.726915.95.51411112.0
*2018DukeACCJRQB1123739260.526746.86.9229131.7
CareerDuke764127559.982016.46.25229122.9
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Wenn der Name Daniel Jones fällt, kommt automatisch auch der Name David Cutcliffe. David wer? Cutcliffe ist Head Coach von Jones und den Duke Blue Devils. Das scheint nicht ungewöhnlich. Ist es auch nicht! Die Geschichte von Cutcliffe ist eng verbunden mit den Manning Brüdern – Peyton und Eli. So war er Peyton Mannings Quarterback Coach und OC an der University of Tenesse. Manning selber betrachtet ihn heute noch rückblickend als den Coach nach seinem Dad, der ihn am meisten geprägt hat. Jede Offseason trainierte er mit Cutcliffe und auch Eli wurde von Cutcliffe geformt.

Kein Wunder also das die Worte eines solchen Quarterback Flüsterer besondere Bedeutung genießen. Um den Kreis dann auch noch zu schließen, ist es nicht verwunderlich, wer QB-Coach von Jones ist: David Morris, seinerzeit Eli Mannings Back-Up QB von der Ole Miss. Doch auch wenn sich das alles nett liest, am Ende des Tages muss Daniel Jones selber auf dem Platz seinen Mann stehen.

Auch wenn er vielleicht hinter oben genannten Quarterbacks steht, so hat  Jones berechtigte Hoffnungen, ein Starter in der NFL zu werden. Sein Größenvorteil von 6`5 hilft ihm dabei. Hinzu kommt eine überraschend gute Mobilität. So brachte er es in den letzten zwei Jahren auf insgesamt 837 Rushing Yards. Wurfgeschwindigkeit und tiefe Bälle sind die Stärken von Jones. Er verfügt über einen guten, aber nicht überragenden Wurfarm. Sein Schwachpunkt ist das Lesen von Defenses.  Zwangsläufig resultierten daraus Sacks und Interceptions. Diese darf er sich so nicht in der NFL erlauben.

Für eine Fähigkeit waren Cutcliffes Quarterbacks bekannt: eine Vorbereitung auf den Gegner bis ins kleinste Detail. So standen vor jedem Spieltag sogar Quarterback Tests an. Und es kam wohl sehr oft vor, dass die Quarterbacks hier als Sieger gegenüber den Coaches hervorgingen. Laut Cutcliffe war Jones Eingabe und Interpretation für die Vorbereitung und das Studieren eines Gegners von Beginn an sehr stark. Ein großes Lob von jemanden, der weiß was einen erfolgreichen Quarterback ausmacht. Sollte zu Beginn des zweiten Tages gepickt werden.

 

Fazit:

Die aufgeführte Statistiken zeigen uns, dass Kyler Murray bereits in einem jungen Jahren Zahlen geliefert hat, die weder eine etablierte NFL-Größe wie Russell Wilson noch Senkrechtstarter Baker Mayfield in ihrer College-Karriere erreichen konnten. Diese Zahlen sind zwar keine Garantie für eine zukünftige erfolgreiche Karriere, aber sie können ein Indikator für einen sehr guten Spieler sein. Wären nicht die offensichtlichen Zweifeln bzgl. seiner Körpergröße und Gewicht vorhanden, wäre er ein klarer Kandidat für ein 1st Overall Pick. Ob und wie sich seine fehlende Körpergröße beim NFL-Draft auswirkt, ist nur schwer vorherzusagen. Noch immer sehen es NFL-Scouts als wichtig an, dass ein Quarterback eine gewisse Statur mitbringt. Auf der anderen Seite zeigen Russell Wilson und Drew Brees, dass sich Talent trotz fehlender Körpergröße durchsetzen kann.

Es wird spannend bleiben und wir wollen das Thema Quarterback und Größe in den kommenden Tagen in einem separaten Artikel genauer beleuchten.  Dwayne Haskins und auch auch Drew Lock haben bereits gezeigt, dass sie in der NFL mit ein bisschen Feinschliff eine gute Rolle als Starting-Quarterback spielen können. An ihren körperlichen Eigenschaften wird es auf jeden Fall nicht scheitern. Etwas ab fällt sicherlich Daniel Jones. Aber er hat den Quarterback-Flüsterer im Rücken und wer will dem schon widersprechen.

 

(© Screenshot zenoismy.name)