Nachdem wir uns beim letzten Mal die Best Fits für die prominentesten Free Agent-Quarterbacks angeschaut haben, kommen wir heute zu den Running Backs. Wie auch bei den Quarterbacks könnt ihr das folgende als Bold Prediction sehen, die zwar wünschenswert sind, doch ob sie auch eintreffen werden, kann man wie immer schwer vorhersagen.

 

Le’Veon Bell (zuletzt: Pittsburgh Steelers)

Nach einem Jahr Pause will Le’Veon Bell in der NFL wieder angreifen. Sein Holdout hat eins verdeutlicht: Er hat ganz klare Gehaltsvorstellungen und wird sich nicht mit weniger zufrieden geben. Interessenten wird es viele geben für einen Spieler seiner Klasse, doch nur wenige, die sich den Luxus seiner Arbeit werden leisten können. In den vergangenen Wochen gab es wiederholt Gerüchte, dass Bell im vergangenen Jahr deutlich zugenommen hat. Doch ich glaube, dass es, selbst wenn es so ist, immer noch genug Angebote für ihn geben wird. Dafür ist er einfach zu talentiert.

Doch welche Teams kommen in Frage? Und worauf sollten seine Fantasy-Owner hoffen?

Wenn man sich die entscheidenden Faktoren „Need“ und „Cap-Space“ anschaut, kristallisieren sich vier sinnvolle Destinationen heraus: Houston Texans, Indianapolis Colts, Oakland Raiders und New York Jets.

Ich habe lange überlegt, doch die Vorstellung „Le’Veon Bell im Backfield von Andrew Luck und den Indianapolis Colts“ ist einfach zu verlockend, um sie nicht wahr werden lassen zu wollen. Natürlich würden auch die anderen Teams Sinn ergeben und ich denke auch, dass es eher ein Team wie die Jets werden wird, doch da es hier ja um „Best Fits“ geht, gebe ich mein Bestes, ihn dahin zu schreiben und hoffe, dass Le’Veon sich meine Worte zu Herzen nimmt.

Warum die Colts?

Einfachste Antwort: Andrew Luck. Ich will weder Derek Carr noch Sam Darnold oder Deshaun Watson zu Nahe treten. Sie sind alle gute Quarterbacks, doch keiner von ihnen ist ein Andrew Luck. Seine Präsenz und die Gefahr, die er durch die Luft ausstrahlt, öffnet Lücken für Bell und was passiert, wenn Bell Lücken bekommt, kann man sich ausmalen. Doch auch für Luck wäre ein Le’Veon Bell in seiner Offense ein Gewinn. Genau wie Luck für Bell Lücken öffnen könnte, würde Bell dies auch für Luck tun, da er ein für die Defense zu beachtender Faktor wäre. Außerdem würde er für Luck eine weitere gefährliche Waffe im Passspiel darstellen. Ein weiterer Pluspunkt, der ganz klar für die Colts spricht, ist die Offensive-Line. Von den vier genannten Teams haben sie mit Abstand die beste O-Line – wer hätte das noch vor einem Jahr gedacht? Quenton Nelson sei Dank. Und gute O-Lines sind für Running Backs nicht gerade unwichtig.

Das einzige, was gegen die Colts spricht, ist der Need. Mit Marlon Mack hat man eigentlich einen talentierten Running Back vor Ort und vielleicht will man in Indianapolis das Geld doch eher in die Defense investieren. Wie auch immer: Mack spielt nicht in derselben Liga wie Bell und bei den über 100 Mio. $ Cap-Space, dürfte ein Bell durchaus verlockend für die Colts sein.

Eins ist jedoch klar: Pittsburgh war ein richtig guter Spot für Bell. Es darf bezweifelt werden, ob sein neues Team ihn ebenso gut in Szene setzen kann, wie Mike Tomlin es konnte. Doch Le’Veon Bell bei den Colts zu sehen, würde so manchen Fantasy-Owner für das vergangene Jahr entschädigen.

Best Fit: Le’Veon Bell → Indianapolis Colts

 

Mark Ingram (zuletzt: New Orleans Saints)

Das ideale Szenario für Mark Ingram wäre natürlich eine Rückkehr zu den New Orleans Saints. Hier hat er super funktioniert und konnte gute Zahlen produzieren: knapp über 6000 Yards (4,5 pro Versuch) und 50 Touchdowns auf dem Boden und dazu knapp 1600 Yards und 5 Touchdowns durch die Luft in 8 Jahren. Gerade deshalb wird die Frage sein, ob er sich weiterhin mit den ca. 4 Mio. $ Jahresgehalt zufrieden gibt oder sein Glück in der Free Agency sucht, um bei einem Team unterzukommen, das bereit ist, ihm mehr zu bezahlen.

Ein Team, das ihm definitiv mehr bezahlen und ihn meiner Meinung nach auch gut gebrauchen könnte, sind die Oakland Raiders. Mit einem Cap-Space von über 64 Mio. $ ist genug Geld da, um sich die Dienste eines Mark Ingram leisten zu können. Außerdem steht Jon Gruden auf erfahrene Spieler in seinen Reihen. Da der Vertrag von Marshawn Lynch ebenfalls ausgelaufen ist und man vielleicht die Überlegung hat, sich auf der Position zu verändern, wäre es sowohl für Ingram als auch für die Raiders eine interessante Alternative. In Oakland wäre Ingram der klare #1-Running Back. Das bedeutet mehr Touches für ihn. Mehr Touches = mehr Opportunities = höhere Erfolgschancen = höhere Fantasy-Produktivität. Und das ist doch etwas, was wir alle sehen wollen.

Best Fit: Mark Ingram → New Orleans Saints / alternativ: Oakland Raiders

 

Tevin Coleman (zuletzt: Atlanta Falcons)

Tevin Coleman hat in der vergangenen Saison bewiesen, dass er kein 3-Down-Running Back in der NFL ist. Nachdem Devonta Freeman sich verletzte und für den Rest der Saison ausfiel, war der Weg für Coleman frei, sich das Backfield der Falcons unter den Nagel zu reißen. Doch konnte er in der Rolle als #1-Running Back nicht überzeugen und er verlor mehr und mehr Touches an Ito Smith. Auch deshalb werden die Falcons wenig Interesse daran haben, weiterhin an Coleman festzuhalten. Er wird sich auf dem Free Agent-Markt nach einem neuen Arbeitgeber umsehen müssen.

Diese Rolle könnten in meinen Augen sehr gut die Houston Texans übernehmen. Hier könnte Coleman wieder in die Rolle schlüpfen, in der er in Atlanta lange gut funktionierte: Receiving Back. In einem Tandem mit Lamar Miller könnte er durchaus gut funktionieren. Außerdem könnte er für Deshaun Watson eine wichtige Anspielstation werden, sollte die Offensive-Line sich nicht signifikant verbessern. Denn dann müsste Watson den Ball häufig schnell loswerden und dafür sind Receiver aus dem Backfield immens wichtig, da ihre Routen meist nicht lange brauchen, um sich zu entwickeln. Zudem haben die Texans ein Cap-Space von 73 Mio. Dollar, wovon man das ein oder andere Milliönchen durchaus gut in Tevin Coleman investieren könnte.

Best Fit: Tevin Coleman → Houston Texans

 

Jay Ajayi (zuletzt: Philadelphia Eagles)

Jay Ajayis Zeit bei den Eagles war von Höhen und Tiefen begleitet. Während der Saison 2017 kam er von den Dolphins nach Philadelphia und lief in 7 Spielen für über 400 Yards (5,8 pro Versuch) und einen Touchdown. Dann beendete eine Verletzung seine Saison und er konnte nur zusehen als seine Mannschaftskameraden Super Bowl 52 gewannen. Sein zweites Jahr verlief ähnlich: 184 Yards (4,1 pro Versuch) in 4 Spielen waren zwar nichts weltbewegendes, doch konnte er in dieser Zeit auch 3 Touchdowns erzielen. Allerdings beendete erneut eine Verletzung Ajayis Saison frühzeitig. Nun läuft sein Vertrag aus und die Eagles scheinen, vielleicht auch wegen seiner Verletzungshistorie in der jüngeren Vergangenheit, nicht geneigt, diesen zu verlängern. Ajayi wird sich wohl nach einem neuen Arbeitgeber umsehen müssen.

Für mich gibt es hier zwei Best Fits: Zum einen die New York Jets und zum anderen die New Orleans Saints.

Letzteres wäre natürlich das beste Szenario, das sich Jay Ajayi und seine Fantasy-Owner wünschen könnten. Ergibt allerdings von Seiten der Saints nur Sinn, wenn Mark Ingram nicht zurückkehren sollte. Sollte allerdings der Platz neben Alvin Kamara frei werden, würde Ajayi super in diese Lücke passen. Wie Ingram ist auch er ein eher physischer Running Back, der sich mit Kamara gut ergänzen könnte. Sollte Ingram in den Augen der Saints zu hohe Gehaltsforderungen stellen, könnte man in New Orleans durchaus die Fühler nach Jay Ajayi ausstrecken, da dessen Gehaltsvorstellungen sicherlich gedämpfter ausfallen dürften.

Im Falle einer Rückkehr Ingrams zu den Saints würde für mich eine Liaison zwischen Ajayi und den New York Jets Sinn ergeben. Weder Isaiah Crowell noch Elijah McGuire konnten den Erwartungen gerecht werden. Fairerweise muss man hier auch die mehr als bescheidene Offensive-Line der Jets erwähnen, die daran sicherlich großen Anteil hätte. Doch könnten die Jets durchaus geneigt sein, einen Running Back zu holen, der auf NFL-Niveau bereits bewiesen hat, dass er produzieren kann. Nicht zuletzt, da man sicherlich versucht ist, Sam Darnold zu entlasten.

Best Fit: Jay Ajayi → New Orleans Saints / New York Jets

 

Hinweis: Alle Cap-Space-Angaben sind auf dem Stand vom 10.03.19

c89b485a27dabf261af3f30cf166e34b?s=96&d=mm&r=g - Running Back Free Agents 2019 - Best Fits
Lukas

Stats-nerd. Patriots-Fan since knowing Football. Man-crush on Tom Brady & Baker Mayfield //
Twitter: @lukovicic454