Jedes Jahr vor den Rookie-Drafts befassen wir uns mit einer Unmenge neuer Spieler, die in die Liga kommen. Ein Begriff, der in den letzten Jahren immer mehr an Bedeutung gewonnen hat, läuft uns da immer wieder über den Weg: QB Metrics.

Generell gibt es zwei Lager bei der Evaluierung von Rookies: Team Metrics und Team Tape Grinding. Ich will hier an dieser Stelle gar keine Wertung abgeben, welches von beiden sinnvoller ist, denn ein Film Grinder wird sich dadurch ebenso wenig umstimmen lassen wie ein Metrics Analytiker. Ich persönlich fühle mich im Metrics-Umfeld wohler, da ich da die Zahlen für sich sprechen lassen kann. Film Grinding ist eine weitaus komplexere und schwierigere Angelegenheit, die ich mir nicht anmaße, ausreichend zu beherrschen, um aussagekräftige Thesen aufstellen zu können.

Doch was sind eigentlich „Metrics„?

Ganz einfach erklärt sind Metrics einfach die Daten der Spieler. Wie alt ist er? Wie groß? Wie schwer? Wie athletisch? Wie produktiv war er am College? An welchem College war er? Wie war seine Competition in der College-Conference, in der er gespielt hat? An welcher Stelle wurde er im Draft ausgewählt? All die Daten also, die für die Evaluierung der Erfolgsaussichten der Spieler wichtig sind.

Eins ist aber auch schnell klar: Nicht alle Metrics sind gleich wichtig. Aus einigen kann man die Erfolgswahrscheinlichkeit der Rookies besser ableiten als aus anderen. Diese Thematik wurde von vielen Analysten, Podcasts und Co. angerissen und auch plausibel erklärt, warum einige Metrics aussagekräftiger sind als andere. Aber um wie viel genau wichtiger oder weniger wichtig einzelne Metrics sind, scheint doch noch vielen recht unklar zu sein.

Daher habe ich mich dieser Frage mal angenommen und eine Datenbank aufgebaut, die bis ins Jahr 2000 zurückgeht. Diese beinhaltet alle Metrics der Spieler, die in diesen Jahren in die Liga gekommen sind, und überprüft sie darauf, ob sie erfolgreich in der NFL waren. Doch zu den Einzelheiten und den positionsspezifischen Besonderheiten später mehr.

Ich werde für jede der 4 fantasy-relevanten Offensiv-Positionen einen eigenen Artikel verfassen. Das gibt mir die Chance, ins Detail zu gehen, ohne dass es ein Roman wird.

Anfangen werde ich heute mit den Quarterbacks.

Die Quarterbacks

Meine Datenbank umfasst 196 Quarterbacks (die Rookie-Klasse 2020 ist hier noch nicht eingerechnet, da sie für ihre eigene Prediction nicht aussagekräftig ist). Von ihnen sind Stand heute 42 gehittet.

Die Hit-Definition

Dies ist die essenzielle Grundlage für die Berechnung der Erfolgsaussichten der Spieler. Alles baut auf ihr auf. Um als erfolgreich in der NFL zu gelten braucht man vor allem eins: Statistiken. Alle meine Berechnungen beruhen auf den Statistiken der Spieler in meiner Datenbank. Und da wir uns hier mit dem Fantasy-Output beschäftigen, habe ich die Statistiken in Fantasy-Punkte pro Spiel umgerechnet. Dafür habe ich ein weit verbreitetes Scoring verwendet:

QB Scoring - QB Metrics und ihre Bedeutung - Die Quarterbacks

Dann habe ich mir die Frage gestellt, ab wann ein Quarterback als „Hit“ zählen kann, darf und sollte. Das ist eine nicht ganz so leicht zu beantwortende Frage, da es viele verschiedene Formate im Fantasy Football gibt. In Superflex– und 2 QB-Ligen muss die Schwelle geringer sein als in 1 QB-Ligen. Ich habe mich dazu entschieden, eine QB 2-Leistung als Maßstab zu nehmen. Damit wähle ich den Mittelweg zwischen QB 1-Ligen, in denen bei 12 Teilnehmern vielleicht 13-15 Quarterbacks relevant sind, und 2 QB-Ligen, in denen es eher um die 30 sind.

Also habe ich mir die FP/G angeschaut, die in den letzten Jahren für eine QB 2-Leistung gereicht haben und daraus einen Grenzwert gebildet. Nun gibt es allerdings einige Spieler, die aufgrund einer Verletzung – sei es ihre eigene oder die des eigentlichen Starters – nur ein oder zwei Spiele machen, in denen sie natürlich eine viel größere Chance haben, die nötigen FP/G zu erreichen als wenn sie es über das ganze Jahr liefern müssen. Um dem vorzubeugen, dass nicht jeder, der in einer Saison mal ein gutes Spiel hatte und ansonsten irrelevant war, als Hit zählt, habe ich eine Mindestanzahl an Spielen angesetzt, die in einer Saison absolviert werden müssen: 9. Ich habe 9 deshalb gewählt, da man dann über mehr als die Hälfte der Saison den nötigen Punkteschnitt hatte und man durchaus von „Relevanz“ sprechen kann.

QB Points Games - QB Metrics und ihre Bedeutung - Die Quarterbacks

Dies sind die Punkte, die für eine QB 2-Leistung angesetzt wurden. Daneben steht die Mindestanzahl an Spielen

Jetzt habe ich euch erklärt, wie es zu den Season-Points kommt. Ihr seht aber hier in dem Bild schon, dass es noch mehr Kriterien gibt. Diese erläutere ich euch jetzt.

Da viele Spieler eine unterschiedlich lange Verweildauer in der NFL haben und die Anzahl der gespielten Saisons von 1 bis 20 reicht, habe ich mir weitere Bewertungskriterien überlegt. Die „Year“ oder „Season“-Kriterien gelten für eine Saison und finden nur in den ersten drei Jahren der NFL-Zugehörigkeit Anwendung. Alle Saisons, die man nach den ersten drei Jahren noch in der NFL spielt, gelten als „Veteran„.

Da diese Zeitspanne saisonübergreifend ist, muss hier natürlich zum einen eine höhere Mindestanzahl an Spielen angesetzt werden und zum anderen die erforderlichen FP/G gesenkt werden. Die Mindestanzahl an Spielen muss hoch gehen, weil man ja für die Erfüllung dieser Spiele viel mehr Zeit hat. Die durchschnittliche Anzahl an „Veteran-Games“ liegt bei 30,81. Mit den angesetzten 16 Spielen ist man wieder bei mehr als der Hälfte davon, die man den Punkteschnitt vorzuweisen hat, und praktischerweise auch bei einer vollen Saison. Die erforderliche Punktzahl pro Spiel muss leicht gesenkt werden, um den Einfluss von Spielen, in denen sich der QB verletzt hat und daher nicht das ganze Spiel spielen konnte, auf die Bezeichnung als „Hit“ zu minimieren.

Ähnlich sieht es bei den „Career„-Werten aus. Hier habe ich 32 Spiele als Minimum angesetzt, da ich denke, dass man in seiner Karriere mindestens 2 volle Saisons gestartet haben sollte, um bei entsprechendem Punteschnitt als „Career-Hit“ zu gelten.

Wie bereits erwähnt erfüllen von den 196 Quarterbacks in meiner Datenbank 42 diese Kriterien. Das führt zu einer Hit-Rate von 21%.

Die Metrics

Nachdem ich nun wusste, wer laut dieser Kriterien gehittet hat, habe ich mir bei den Quarterbacks insgesamt 16 Metric-Kategorien angeschaut. Jede dieser Kategorien habe ich unterteilt und mir die Hit-Rates in den Unterkategorien angeschaut, um herauszufinden, welche Werte in welcher Kategorie die Wahrscheinlichkeit des Erfolgs erhöhen.

Welche 16 Metric-Kategorien habe ich mir angeschaut?

Metric-KategorieDefinition
Draft AgeAlter des Quarterbacks beim Draft
Draft CapitalPick, mit dem der Quarterback im Draft ausgewählt wurde
Größe
Gewicht
BMIBody-Mass-Index
Hand SizeGröße der Hände
40 Yard DashZeit, die beim Combine auf die 40 Yards gelaufen wurde
Burst ScoreEine Kombination aus Vertical Jump und Broad Jump, um die Explosivität des Quarterbacks im Antritt zu messen (für Details siehe: www.playerprofiler.com)
Agility ScoreEine Kombination aus der 20 Yard Short Shuttle-Zeit und der Zeit beim 3-Cone-Drill, um die Schnelligkeit und Wendigkeit auf engem Raum zu messen (für Details siehe: www.playerprofiler.com)
Throw VelocityMisst die Geschwindigkeit des Ball beim Wurf des Quarterbacks. Hat Aussagekraft über die Reichweite.
Wonderlic ScoreErgebnis des Wonderlic-Tests der NFL. Misst die Football-Intelligenz
College QBRDas beste QB-Rating, das ein Quarterback am College in einer Saison erzielen konnte
College YPAYards, die der Quarterback pro Wurfversuch am College generieren konnte
Breakout AgeAlter des Quarterbacks bei seiner Breakout-Season am College
SPARQ-xKombination aus allen Athletik-Werten

 

Gehen wir die einzelnen Kategorien mal durch. Bevor ihr euch wundert: Nicht für jeden Spieler sind alle Metrics verfügbar. Das kann daran liegen, dass seine Zeit in der NFL schon so weit zurückliegt, dass man seine Daten nicht mehr findet, oder daran, dass er beim Combine gewisse Drills ausgelassen hat oder gar nicht zum Combine eingeladen war. Wundert euch also nicht, wenn bei manchen Metrics die Summe nicht auf die 196 Spieler kommt.

Draft Age

QB Draft Age - QB Metrics und ihre Bedeutung - Die Quarterbacks

Wie man hier sieht, spielt das Alter zum Zeitpunkt des Drafts eine große Rolle. Ist ja auch logisch: Wer früher NFL-ready ist, ist meist talentierter als seine älteren Kollegen. Jetzt ist die Aussagekraft bei den U21-Spielern noch recht dünn, da hier nur 3 Quarterbacks als Referenzmenge vorhanden sind, doch setzt man sie ins Verhältnis zu den anderen Werten, ist das schon eine logische Trendfortsetzung.

Eine weitere Erkenntnis: 21-jährige Rookie-Quarterbacks haben ihre Breakout-Saison eher früher als später.

Draft Capital

QB Draft Capital - QB Metrics und ihre Bedeutung - Die Quarterbacks

Draft Capital matters a lot. Wer in den ersten anderthalb Runden des Drafts ausgewählt wird, hat eine so immens größere Chance, das Breakout zu schaffen, als alle die später gehen. Garantien gibt es zwar nicht – wo gibt es die schon? – aber die Chance, mindestens einmal ein QB 2 zu sein, ist exzellent, sobald ein Team Top 10-Draft Capital in dich investiert. Auch das ist logisch: Diese Teams suchen einen Franchise-Quarterback und wollen möglichst früh wissen, was ihr Top-Pick zu leisten in der NFL im Stande ist. Deshalb bekommen so hohe Picks früh die Chance, sich zu beweisen, was direkte Auswirkungen auf die Chancen hat, früh zu hitten.

Was den „Total“-Wert an undrafted Quarterbacks betrifft, müssen wir vorsichtig sein. Dieser wird deutlich höher liegen, da es jedes Jahr einige Spieler gibt, die in der NFL nie auch nur einen Snap sehen. Und alle diese Spieler zu finden, ist schon mit massivem Zeitaufwand verbunden und wie groß ist der Mehrwert der Informationen, die wir daraus ziehen können?

Größe

QB Größe - QB Metrics und ihre Bedeutung - Die Quarterbacks

Bei der Größe können wir das erste Mal feststellen, dass diese auf die Erfolgswahrscheinlichkeit keine offensichtliche Auswirkung hat. Man kann schlicht keine Aussage treffen, die besagen würde „größer = besser“ oder „kleiner = besser“. Das kommt daher, dass die Quarterbacks mit unterschiedlicher Körpergröße oft auch über unterschiedliche Athletik verfügen. D.h., dass sie ihre Production auf unterschiedliche Art und Weise holen. Größere QBs sind meist nicht so athletisch wie die kleineren und entwickeln sich dadurch häufiger zu klassischen Pocket Passern, während die kleineren QBs oft durch ihre Athletik ein gehöriges Rushing-Upside haben. Beide Wege können zu guten Fantasy-Ergebnissen führen und deshalb ist die Größe allein wenig aussagekräftig.

Wer sich über das metrische System wundert: Excel kann mit 1,93 rechnen. Mit 6’4“ nicht. 🙂

Gewicht

QB Gewicht - QB Metrics und ihre Bedeutung - Die Quarterbacks

Beim Gewicht scheinen wir erstmal feststellen zu können, dass bis zu einem gewissen Punkt „schwerer = besser“. Aber so pauschal kann man das nicht sagen. Die Referenzmenge wird nach oben hin immer kleiner und wenn man sich die absolute Anzahl an Hits anschaut, die mehr als 230 lbs oder weniger als 220 lbs wiegen, so stellen wir fest, dass diese Anzahl exakt dieselbe ist. Das goldene Mittelmaß scheint hier zwischen 220 und 230 lbs zu liegen. Eine Tendenz nach oben ist zu erkennen, aber allein hieraus abzuleiten, wie groß die Chancen, zu hitten, sind, halte ich für gewagt.

Bei den Breakouts ist keine wirkliche Tendenz zu erkennen, dass man ab einem gewissen Gewicht eher früher oder später hittet.

BMI

QB BMI - QB Metrics und ihre Bedeutung - Die Quarterbacks

Die BMI Hit-Rate zeigt uns, dass Quarterbacks nicht zu dürr aber auch nicht zu kräftig gebaut sein sollten. Ein BMI zwischen 28 und 30 scheint ideal zu sein. Mit einem höheren BMI ist es schwieriger sich auf engem Raum zu bewegen. Das ist aber essenziell für Quarterbacks, um Druck auszuweichen und sich Zeit zu verschaffen. Bei einem niedrigeren BMI kann man den kräftigen Pass-Rushern wohl nicht mehr viel entgegensetzen und wird leichter gesackt als wenn man ein wenig kräftiger ist.

Quarterbacks mit einem BMI zwischen 28 und 30 scheinen auch eher früh als spät zu hitten.

Hand Size

QB Hand Size 1 - QB Metrics und ihre Bedeutung - Die Quarterbacks

Was haben wir nicht vor dem Draft wieder alles über Joe Burrow und seine kleinen Hände gehört. Und tatsächlich scheint an dem Grundgedanken auch etwas dran zu sein. Bis auf einen Ausreißer wächst die Hit-Rate mit steigender Handgröße an. Bei der Größe zwischen 10 1/4 und 10 1/2 kann man wohl auch die relativ kleine Referenzmenge für den Ausreißer verantwortlich machen. Dies zeigt aber auch: Hand Size scheint ein Indikator zu sein, eine rundum verlässliche Aussage lässt sich damit aber nicht treffen.

40 Yard Dash

QB 40 2 - QB Metrics und ihre Bedeutung - Die Quarterbacks

Viel können wir aus den Zahlen zur 40-Time nicht herauslesen. Außer, dass Quarterbacks, die unter 4,50 Sekunden laufen, durch ihr Rushing-Upside eine signifikant höhere Hit-Rate haben. Aber auch hier ist die Referenzmenge sehr klein, weshalb wir das mit Vorsicht genießen sollten. Allgemein sehen wir an den anderen Zeiten keinen Trend, der eine klare Aussage in die eine oder andere Richtung rechtfertigt.

Burst Score

QB Burst - QB Metrics und ihre Bedeutung - Die Quarterbacks

Burst Score scheint auf den ersten Blick keine große Aussagekraft zu haben. Doch eines können wir ganz gewiss daraus ablesen: Ein Burst Score unter 100 ist kein gutes Zeichen. Hier können wir auch nicht mehr von einer kleinen Referenzmenge reden. Sie ist nicht mal die kleinste in dieser Tabelle. Für eine gute Hit-Wahrscheinlichkeit scheint also ein Burst-Score von 100 oder mehr wichtig zu sein.

Wir können noch etwas ablesen: Es scheint so zu sein, dass je höher der Burst Score ist, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass der QB eher früh als spät hittet.

Agility Score

QB Agility - QB Metrics und ihre Bedeutung - Die Quarterbacks

Auch beim Agility Score lässt sich festhalten, dass es offensichtlich einen Maximalscore gibt, den man nicht überschreiten sollte, um gute Chancen in der NFL zu haben. Beim Agility-Score gilt allgemein: je kleiner, desto besser. Als Quarterback erhöht es die Chancen auf Erfolg, wenn man einen Agility Score von unter 11,75 hat.

Throw Velocity

QB Throw Velocity 1 - QB Metrics und ihre Bedeutung - Die Quarterbacks

Hier sehen wir deutlich, dass die Hit Rate für Quarterbacks, die eine Throw Velocity von 59 oder größer vorweisen können, signifikant größer ist als für Quarterbacks, die darunter bleiben. Dies scheint zu bestätigen, warum Teams oft nach QBs mit einem „starken Arm“ suchen. Bestes Beispiel hierfür ist Patrick Mahomes. Er hat eine Velocity von 60 und ist dazu noch sehr präzise in seinen Würfen. Das öffnet natürlich das Playbook, wenn du von jedem Punkt auf dem Spielfeld, jeden beliebigen Punkt treffen kannst und Reichweite kein Problem für dich ist. Wenn du dann, wie Mahomes, noch eine Rakete wie Tyreek Hill als Waffe hast, ist das ein brutaler Vorteil.

Allerdings kann man die Annahme „je höher die Velocity, desto besser“ anhand der Hit Rate nicht bestätigen. Dafür sind die Zahlen unter 59 zu schwankend. Eine hohe Throw Velocity ist also ein guter Indikator, aber keine verlässliche Aussage.

Wonderlic Score

QB Wonderlic 2 - QB Metrics und ihre Bedeutung - Die Quarterbacks

Beim Wonderlic Score können wir die Vermutung bestätigen, dass ein höherer Score besser für die Chancen auf Erfolg sind. Wir sehen hier durchgängig steigende Hit-Rates mit steigendem Score. Nur in der höchsten Kategorie steigt es nicht, was ich auf die eher kleine Referenzmenge zurückführen würde. Allerdings sehen wir an den absoluten Zahlen auch, dass es nichts heißen muss, wenn man einen eher schwachen Score hat. Bewiesen hat das zuletzt Lamar Jackson, der mit dem schlechtesten bisher erfassten Score (13) MVP wurde. Gute Nachrichten für Tua, der ebenfalls nur auf 13 Punkte kommt.

College QBR

QB QBR College - QB Metrics und ihre Bedeutung - Die Quarterbacks

Diese Kategorie finde ich äußerst interessant. Da sie zum einen einen klaren Trend aufweist: Je höher das College QBR, desto höher die Hit Rate. Zum anderen sind die Referenzmengen auch relativ konstant, sodass hier eine vergleichsweise hohe Aussagekraft zu festzustellen ist.

Außerdem scheinen Quarterbacks mit einem hohen College QBR eher NFL-ready zu sein und hitten daher früher als ihre Kollegen mit einem schwächeren QBR.

College YPA

QB YPA - QB Metrics und ihre Bedeutung - Die Quarterbacks

Auch diese Kategorie halte ich für durchaus aussagekräftig. Ein sehr hoher Schnitt für Yards per Attempt am College ist ein sehr guter Indikator für Erfolg in der NFL. Ein sehr niedriger Schnitt dagegen lässt nichts gutes erahnen. In der mittleren Range ist die Hit Rate weitestgehend konstant. Da dieser Wert natürlich auch mit dem College QBR korreliert, ist es kein Wunder, dass auch die Ergebnisse ähnlich sind.

Breakout Age

QB BO Age - QB Metrics und ihre Bedeutung - Die Quarterbacks

Auch das Breakout Age am College sieht in meinen Augen sehr aussagekräftig aus. Wir haben eine 0 %-Quote für Quarterbacks, die am College nie den Durchbruch geschafft haben. Das erscheint mir durchaus sehr logisch. Wenn man es nicht schafft, sich gegen die Konkurrenz auf dem College-Level durchzusetzen, wird es in der NFL nicht unbedingt einfacher. Ansonsten sehen wir einen klaren Trend: Je jünger der Quarterback war als er sein Breakout am College hatte, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass er in der NFL erfolgreich sein kann. Ein frühes Breakout Age ist ähnlich wie das Draft Age auch ein guter Indikator für Talent.

SPARQ-x

QB SPARQx - QB Metrics und ihre Bedeutung - Die Quarterbacks

Beim SPARQ-x sehen wir, dass Athletik für die Quarterbacks eine eher untergeordnete Rolle spielt im Hinblick auf ihre Hit-Chancen. Wir können hier keinerlei Trend erkennen und die Hit Rate schwankt stark von einer Range zur nächsten. Das einzige, was sich vielleicht sagen lässt, ist, dass ab einem Score von 95 oder höher die Wahrscheinlichkeit, in den ersten zwei Jahren zu hitten, höher ist als darunter.

College Conference

QB College Conferences - QB Metrics und ihre Bedeutung - Die Quarterbacks

In dieser Kategorie habe ich mich hier nur auf die wichtigsten Conferences beschränkt. Es gibt einige Conferences, aus denen ein oder zwei Quarterbacks gekommen sind, die dann u.U. natürlich eine exorbitant hohe Hit Rate haben und das Bild verzerren könnten. Deshalb habe ich mich auf die Conferences beschränkt, aus denen mindestens 5 Quarterbacks den Weg in die NFL gefunden haben. Hier lässt sich ablesen, dass QBs aus der Pac-12, Big 12, ACC und sogar aus der MAC vergleichsweise gut abschneiden in der NFL. QBs aus der SEC und Mountain West haben auch noch eine ordentliche Hit Rate und QBs aus der Big Ten schaffen es immerhin, hin und wieder relevant zu sein. Für QBs aus der Big East, C-USA und den Independents scheint der Sprung vom College in die NFL bisher immer zu groß gewesen zu sein.

Mehr als ein Hinweis ist diese Statistik für mich aber nicht. Ich würde nie einen QB aufgrund dieser Statistik ausschließen.

Die Metrics-Analyse

Berechnung der Gewichtung

Die Metrics für sich sind ja alle gut und schön, doch sagt uns das jetzt immer noch nicht, wie wichtig genau die einzelnen Metrics für die Evaluierung der QBs sind.

Um das machen zu können, habe ich aus jedem Metric einen Score gebildet, der sowohl berücksichtigt, ob für sein Metric ein hoher Wert gut ist oder eher ein niedriger Wert, als auch die Hit Rate für die Range, in die der Wert fällt. In der Regel bewegen sich die Scores zwischen 0 und 100 %, können aber gelegentlich auch über 100 % gehen, wenn der Wert des Spielers in dieser Kategorie außergewöhnlich gut ist.

Ich erläutere euch mein Vorgehen hier anhand des College Breakout Ages:

Breakout Age Analyse - QB Metrics und ihre Bedeutung - Die Quarterbacks

Ich habe eine Formel für das Breakout Age gebaut, die zum einen berücksichtigt, dass ein jüngeres Breakout Age besser ist als ein älteres und zum anderen auch die Hit Rates der jeweiligen Altersklasse (s.o.). Das Ergebnis steht zudem im Verhältnis zum Best Case-Alter und der entsprechenden Hit Rate (Best Case = 100 %).

Dann habe ich den durchschnittlichen Score für das Breakout Age berechnet (47,8 %). Dies dient als Indikator dafür, wie schwierig es für Quarterbacks ist, den Best Case-Wert zu erreichen. Je niedriger der Wert, desto schwieriger ist es, den Wert zu erreichen.

Danach habe ich mir angeschaut, wie hoch der durchschnittliche Score bei den Hits (hier 78,2 %) und bei den Fails (hier 41,0 %) ist und habe daraus eine Differenz (37,1 %) gezogen. Die Differenz sagt mir etwas über die Aussagekraft der Kategorie. Eine hohe Differenz bedeutet, dass Quarterbacks, die hitten, sich in dieser Kategorie deutlicher von den QBs, die nicht hitten, unterscheiden als bei einer geringen Differenz.

Diese Differenz habe ich dann um die „Toughness“ erhöht. Der Toughness-Wert ( 56,5 %)bildet sich aus der Differenz (37,1 %) erhöht um den durchschnittlichen Score (47,8 %). Allerdings nicht 1:1. Ich ziehe die 47,8 % von 100 % ab und erhöhe die 37,1 % dann um die daraus resultierenden 52,2 % und komme so auf den Wert von 56,5 %. Das mache ich so, da ein niedriger Average-Wert – wie oben beschrieben – eine höhere Schwierigkeit darstellt und eine höhere Schwierigkeit einen größeren Boost geben sollte.

Das habe ich für alle Metrics so gemacht und die Toughness-Werte summiert. Danach habe ich jeden einzelnen Toughness-Wert durch das Ergebnis geteilt und bin so auf die Gewichtung, die das Metric auf Grundlage meiner Daten hat, gekommen. Im Fall des Breakout Ages sind es 13,0 %.

Das beudetet: Das Breakout Age macht 13 % der Gesamtevaluierung aus.

Ergebnis der Gewichtung

Ich hoffe, ihr konntet meinen Gedanken folgen. Ich habe versucht, es so detailliert wie möglich zu beschreiben.

Nachfolgend nenne ich euch noch die wichtigsten 4 und die 4 am wenigsten wichtigen Metrics.

Top 4Bottom 4
1. Draft Capital – 25,8 %16. Wonderlic Score – 1,7 %
2. College Breakout Age – 13,0 %15. Throw Velocity – 2,6 %
3. Draft Age – 10,8 %14. SPARQ-x – 2,7 %
4. College QBR – 8,6 %13. Gewicht – 3,0 %

Was uns diese 8 Werte sagen, ist, dass für die Evaluierung von Quarterbacks Alter und Leistung am College wichtiger sind als athletische und physische Voraussetzungen. Am wichtigsten ist allerdings Draft Capital. Und zwar deutlich. Hohes Draft Capital zeigt deutlich, dass das Team eine große Rolle für den QB vorsieht, was für den Fantasy-Output maßgeblich ist. Die Kombination aus College Breakout Age, Draft Age und College QBR  an den Positionen danach zeigt uns, dass sich Talent meist früh zeigt und am Ende durchsetzt.

Athletik und Phsysis sind für Quarterbacks eher weniger wichtig, da es für sie nicht maßgeblich für den Erfolg ist. Gerade für Quarterbacks sind die Möglichkeiten, erfolgreich zu spielen, vielfältig. Wem durch seine mangelnde Athletik das Rushing-Upside fehlt, kann immer noch durch ein gutes Passing-Game glänzen.

Wann haben Quarterbacks ihren Breakout?

Zum Abschluss stelle ich euch noch eine kleine Statistik zu dieser Frage vor. In den einzelnen Kategorien, die wir bei den Metrics behandelt haben, könnt ihr die Auswirkungen einzelner Metrics auf die Wahrscheinlichkeit, früh oder spät zu hitten, ablesen. Ich zeige euch hier die Gesamtstatistik.

QB Breakout  - QB Metrics und ihre Bedeutung - Die Quarterbacks

Die Statistik zeigt uns, dass die Quarterbacks, die hitten, dies meistens in ihren ersten zwei Jahren tun. Ist ja auch logisch, da diese zumeist als neue Franchise-Quarterbacks gedraftet werden. Dass späte Breakouts wahrscheinlicher sind als Breakouts im dritten Jahr, ist auch logisch, denke ich. Einige QBs werden gedraftet, um erst noch ein paar Jahre hinter dem eigentlich Starter zu lernen. Bei anderen QBs passt es einfach bei dem Team, von dem sie gedraftet wurden, nicht und sie wechseln nach Ende ihres Rookie-Vertrags das Team und bekommen dort vielleicht eine neue Chance.

Ich hoffe, euch hat mein kleiner Exkurs in die Evaluierung von Quarterbacks mittels Metrics gefallen und ihr konntet mir und meinen teils komplizierten und verworrenen Gedankengängen insofern folgen, als dass ihr verstanden habt und nachvollziehen könnt, was, wo, warum und wie herausgekommen ist.

Die Artikel zu den anderen Positionen folgen.

Bis dahin, bleibt gesund und dominiert eure Liga!

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Lukas

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