Wie versprochen gibt es noch vor dem Draft die zweite Runde meines Mock Drafts (hier könnt ihr euch die erste Runde anschauen). Ab hier wird es nun richtig interessant. Ich bin gespannt, wo es mich hinführt. Auf geht’s!

Runde 2

#33 – Denver Broncos (via CIN) – Ezra Cleveland, OT, Boise State

Die Broncos benutzen einen ihrer drei 3rd-Round-Picks, um den ersten Pick der zweiten Runde von den Bengals zu bekommen. Cleveland ist die dringend benötigte Verstärkung in der Offensive-Line, die nur die #25 in Sachen Pass Protection in der vergangenen Saison war. Mit Cleveland bekommt Drew Lock vielleicht die eine Sekunde mehr Zeit, die er braucht um Sutton oder Ruggs zu finden.

#34 – New England Patriots (via IND) – K’Lavon Chaisson, LB, LSU

Mit ihrem ersten Pick im diesjährigen Draft holen die Patriots sich Verstärkung in der Defense. Chaisson ist ein sehr athletischer Pass Rusher, der aber auch gegen den Run gut performen kann. Er ist eine Tackling-Maschine, hat in der Coverage aber so seine Probleme. Er ist besser mit Fleisch als mit Leder zwischen den Händen. Seine Verletzungshistorie lässt ihn bis in die zweite Runde fallen.

#35 – Houston Texans (via SF via DET) – Grant Delpit, S, LSU

Die Texans gehen mit ihrem 4th-Rounder von der 40 hoch an die 35, um vor die Giants zu kommen, die auf der Safety-Position auch Bedarf hätten. Mit Delpit holen sie sich einen 3-Down-Safety, der sowohl in der Coverage als auch gegen den Run sehr effektiv ist. Er könnte sofort einen positiven Impact auf die #29-Pass Defense der vergangenen Saison haben.

#36 – New York Giants – Antoine Winfield Jr., S, Minnesota

Winfield hat eine sehr gute Saison am College in Minnesota gespielt. 88 Tackles, 3 Sacks und 7 Interceptions sind beeindruckend. Er hat gezeigt, dass er ein DB mit guten Instinken und Ball Skills ist, der es in der NFL weit bringen kann. Für die Giants eine ordentliche Verstärkung in der Secondary.

#37 – New York Giants (via LAC) – A.J. Terrell, CB, Clemson

Mit dem Doppelschlag an #36 und #37 verbessern die Giants ihre Secondary signifikant. Terrell ist ein sehr athletischer Cornerback, der seine Stärken vor allem in der Coverage hat. Mit Terrell und Winfield sieht das Defensive Backfield der Giants schon nicht mehr ganz so düster aus.

#38 – Carolina Panthers – Isaiah Wilson, OT, Georgia

Die O-Line der Panthers war in der vergangenen Saison nur die #29 in Sachen Pass Protection und die #17 im Run Blocking. Wilson kann ihnen in beiden Kategorien helfen, auch wenn er seine Stärken mehr im Run-Blocking hat. Doch auch in der Protection arbeitet er hart und kann sich behaupten, was Bridgewater die Zeit verschaffen kann, die er braucht, um entweder den Pass zu spielen oder zu scramblen.

#39 – Miami Dolphins – Joshua Uche, LB, Michigan

Nachdem die Dolphins ihre ersten drei Picks allesamt in die Offense gesteckt haben, wechseln sie hier auf die andere Seite des Balles. Josh Uche kann sowohl outside als auch inside spielen, auch wenn seine Stärken eindeutig im Pass Rush liegen. Die Dolphins, die in der vergangenen Saison nur die #31 in Sachen Pass Rush waren, können von seinen Fähigkeiten nur profitieren.

#40 – San Francisco 49ers (via HOU) – Justin Jefferson, WR, LSU

Der Plan der 49ers ist voll aufgegangen. Nachdem sie zwei Mal runter getradet haben und nun auch über jeweils einen 3rd und einen 4th-Rounder verfügen, nehmen sie den besten WR, der noch auf dem Board ist. Justin Jefferson wird von vielen als 1st-Rounder gesehen und ist an dieser Stelle bereits ein Steal. Er ist eine gute Ergänzung zu den vorhandenen Waffen wie Samuel und Kittle.

#41 – Cleveland Browns – Terrell Lewis, LB, Alabama

Terrell Lewis ist ein erstklassiger outside Linebacker, der an dieser Position mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht mehr verfügbar wäre, wenn er in seiner College-Karriere nicht vom Verletzungspech verfolgt gewesen wäre. Wenn er gespielt hat, war er ein sehr dominanter Pass Rusher, den die Browns in Topform sehr gut gebrauchen können.

#42 – Jacksonville Jaguars – Jalen Reagor, WR, TCU

Mit Jalen Reagor holen sich die Jacksonville Jaguars ein super Gegenstück zu D.J. Chark. Reagor ist ein vielseitig einsetzbarer Wide Receiver. Sei es als Slot-Receiver, Deep Threat, als Gadget Player a la Deebo Samuel oder im Return Game. Er hat den Speed und die Athletik, um den Jaguars sofort ein weiteres Element in ihrer Offense zu geben.

#43 – Los Angeles Rams (via CHI) – Prince Tega Wanogho, OT, Auburn

Die Rams investieren in ihre Offensive Line. Nach dem Abgang von Andrew Whitworth ist auf der Tackle-Position eine Lücke entstanden, die sie mit dem vielversprechenden Rookie füllen wollen. Er hat zwar seine Schwächen im Run-Blocking aber seine Fähigkeiten in der Pass Protection machen dies wieder wett. Denn nichts ist wichtiger für die Rams als Jared Goff Zeit zu verschaffen.

#44 – New England Patriots (via IND) – Raekwon Davis, DT, Alabama

Die Patriots investieren upfront in ihre D-Line. Gerade am Ende der letzten Saison waren sie immer weniger in der Lage, den Run ordentlich zu verteidigen. Das hat ihnen gegen Tennessee das Genick gebrochen. Mit Raekwon Davis holen sie sich einen Spezialisten genau dafür. Er ist ein Berg in der D-Line der Pats und exzellent gegen den Lauf. Nur an seinen Pass Rush-Fähigkeiten durch die Mitte muss er noch arbeiten. Doch für die Pats ein guter Fit wie ich finde.

#45 – Jacksonville Jaguars (via TB) – Matt Hennessy, C, Temple

Die Jaguars picken an dieser Stelle bereits zum vierten Mal. Nachdem die ersten zwei Picks in die Defense gingen, gehen Pick 3 und 4 in die Offense. Matt Hennessy ist ein erstklassiger Center, der der strauchelnden O-Line der Jaguars auf jeden Fall weiterhelfen sollte.

#46 – Cincinnati Bengals (via DEN) – Neville Gallimore, DT, Oklahoma

Die Bengals brauchen definitv mehr Playmaker in der Defensive Line. Letztes Jahr waren sie die #27 in Sachen Pass Rush und die #32 gegen den Lauf. Gallimore ist ein absoluter Unruheherd für die gegnerische O-Line und überzeugt mit seiner Antizipation und dem Willen den Tackle machen zu wollen. Er muss es in der NFL aber mit mehr Konstanz zeigen als am College.

#47 – Atlanta Falcons – Jeremy Chinn, S, Southern Illinois

Chinn ist ein großer und verdammt schneller Safety, der am College äußerst produktiv war. Da Southern Illinois aber kein großes College ist, fragen sich die Teams natürlich, ob er auf NFL-Level ebenso produktiv sein kann. Den Falcons ist es hier das Risiko wert, denn Chinn hat enormes Upside und kann für das Backfield der Falcons eine wichtige Stütze werden.

#48 – New York Jets – Lucas Niang, OT, TCU

Die Jets brauchen einfach dringend einen Offensive Tackle. Niang ist wohl der beste verbliebene. Daher ein fast schon logischer Pick. Er hat die Size und die athletischen Voraussetzungen, um in der NFL ein guter Tackle zu werden. Zunächst muss er sich allerdings von einer Verletzung erholen, die ihn einen Großteil der College-Saison kostete.

#49 – Pittsburgh Steelers – Jonathan Taylor, RB, Wisconsin

Die Pittsburgh Steelers haben die Nase voll von Committees im Backfield. Sie wollen wieder einen klaren No. 1 Running Back. Ein Workhorse. All das ist Jonathan Taylor. Er ist ein sehr, sehr athletischer, schneller und kräftiger Running Back mit enormer Production am College. Er ist in den drei Jahren in Wisconsin im Durchschnitt (!) über 2.000 Yards gelaufen. Maschine. Der feuchte Steelers-Traum.

#50 – Chicago Bears – Zack Baun, LB, Wisconsin

Zack Baun wurde lange als late 1st-Rounder gehandelt, ist in den letzten Tagen und Wochen aber die Draft-Boards herab gerutscht. Zur Freude der Bears, die einen schnellen und athletischen Linebacker wie Baun gut gebrauchen können, um ihrem Pass Rush eine neue Waffe zu geben.

#51 – Dallas Cowboys – Lloyd Cushenberry, C, LSU

Nach dem Abgang von Travis Frederick haben die Cowboys eine riesige Lücke in der Mitte ihrer O-Line. Mit Cushenberry sollten sie allerdings in der Lage sein diese Lücke bestmöglich zu schließen. Er ist ein hart arbeitender Center mit großen Spielverständnis. Mit ein bisschen Erfahrung könnte er die entstandene Lücke solide ausfüllen.

#52 – Chicago Bears (via LAR) – Tyler Biadasz, C, Wisconsin

Auch die Bears brauchen Verstärkung in der Interior O-Line. Mit Biadasz bekommen sie einen der besten College-Center der letzten Jahre. Er ist ein sehr explosiver Center, der vor allem in der Pass Protection seine Stärken hat, aber auch gute Blocks im Running Game setzen kann. Mit ihm können die Bears ihre O-Line, die im letzten Jahr zu den schlechtesten gehörte, enorm aufwerten.

#53 – Philadelphia Eagles – Jaylon Johnson, CB, Utah

Die Eagles brauchen Leute, die den Ball fangen können. Sowohl in der Offense als auch in der Defense. Mit Jaylon Johnson bekommen sie einen äußerst talentierten Cornerback, der mit dem richtigen Coaching eine wichtige Stütze im Backfield der Eagles werden kann.

#54 – Buffalo Bills – J.K. Dobbins, RB, Ohio State

Die Bills könnten auch gut O-Line vertragen, doch ist an dieser Stelle in der Hinsicht viel abgegrast. Also holen sie sich einen der besten Running Backs der Klasse. Dobbins ist ein Workhorse-Back, der alle Anforderungen an einen Running Back erfüllt. Erstklassiger Runner, gute Receiving Skills und ein guter Blocker. In einer Run-first-Offense wie der der Bills, könnte er ein Fantasy-Monster werden. Sehr zum Leidwesen aller Singletary-Owner, der durch Dobbins‘ Verpflichtung nicht mehr als ein Fill-in ist, wenn Dobbins eine Pause braucht.

#55 – Las Vegas Raiders (via BAL) – Noah Igbinoghene, CB, Auburn

Noah mit dem unaussprechlichen Nachnamen ist ein Cornerback, der mit seiner Größe und seinem Speed alles mitbringt, um der #29 Passing Defense der Raiders sofort weiterzuhelfen. Zudem ist er auch als Returner einsetzbar, was ihn für das Team noch einmal wertvoller macht.

#56 – Miami Dolphins – Clyde Edwards-Helaire, RB, LSU

Für Fantasy-Zwecke ist das ein idealer Pick in meinen Augen. Mit Jordan Howard haben sie einen harten Runner schon geholt. Mit CEH bekommen sie einen vor allem durch seine Receiving-Skills erfolgreichen Running Back hinzu. Die Howard/CEH-Connection könnte so etwas wie die Kamara/Ingram-Connection werden. Massives Upside für beide!

#57 – Los Angeles Rams – Cam Akers, RB, Florida State

Hier in der zweiten Hälfte der zweiten Runde kommt es zu einem RB-Run. Angestachelt durch die Picks von Dobbins und CEH holen sich die Rams ihren Ersatz für Todd Gurley. Akers war trotz miserabler O-Line produktiv am College, was bei der Rams-Line keine schlechten Voraussetzungen sind. Sicherlich ist sein Upside durch die Anwesenheit von Henderson ein wenig gehemmter als bei den anderen Running Backs, die bisher gegangen sind. Doch McVay wird sich schon etwas dabei denken, ihn in der zweiten Runde zu draften 😉

#58 – Minnesota Vikings – Lavsika Shenault, WR, Colorado

Die Vikings können ihr Glück kaum fassen. Sie sind hoch getradet, um ihren Shutdown-Cornerback zu bekommen und bekommen am Ende der zweiten Runde immer noch einen verdammt guten Wide Receiver, der die Rolle von Stefon Diggs übernehmen kann. Shenault ist schneller als es seine 40-Time bei der Combine vermuten lässt – diese ist er nämlich angeschlagen gelaufen. Wäre er in den letzten Jahren nicht so oft verletzt gewesen, wäre er ein sicherer 1st-Rounder geworden. So sichern sich die Vikings sein Upside am Ende der zweiten Runde.

#59 – Washington Redskins (via SEA) – K.J. Hamler, WR, Penn State

Die Washington Redskins setzen den Run auf die Skill-Positionen fort und holen sich mit Hamler eine zweite Waffe für Dwayne Haskins neben Terry McLaurin. Sicherlich ist auch Tight End ein Thema in Washington, doch ist die TE-Klasse nicht so stark dieses Jahr und mit Hamler bekommen sie einen schnellen Wide Receiver, der im Slot und als Gadget-Player gut funktionieren kann.

#60 – Baltimore Ravens – Michael Pittman, WR, USC

Auch die Ravens können der Verlockung dieser WR-Klasse nicht widerstehen. Pittman ist die perfekte Ergänzung zu Hollywood Brown im Receiving-Corps der Ravens. Während Hollywood ein eher kleiner, schneller Receiver ist, der vor allem als Deep Threat wichtig ist, ist Pittman ein Big Body-Receiver, der für seine Größe dennoch beeindruckend schnell ist. Er dürfte Lamar das Leben erheblich leichter machen und die Ravens-Offense weniger ausrechenbar, da neben Run oder Pass auf TE Mark Andrews nun eine dritte Option installiert wird.

#61 – Tennessee Titans – Julian Okwara, DE, Notre Dame

Die Titans schauen sich das Gezanke um die Skill-Position-Spieler ganz in Ruhe an und profitieren am Ende davon, da sie mit Okwara einen erstklassigen Defensive End bekommen, der hier und da sogar als 1st-Round-Talent gilt. Er ist ein sehr athletischer Pass Rusher, der sich auch in der Coverage als versiert erwiesen hat. Ein absoluter Steal am Ende der zweiten Runde.

#62 – Detroit Lions (via GB) – Kyle Dugger, S, Lenoir Rhyne

Auch die Lions können einen Steal feiern. Sie traden hoch, um ihre Lücke auf Safety schließen zu können. Mit Kyle Dugger bekommen sie da einen äußerst talentierten jungen Mann, der beim Senior Bowl absolut dominiert hat. Er hat die Size und die Athletik, um ein guter DB in der NFL werden zu können. Dazu kommen seine hervorragenden Ball-Skills, durch die er einige Big Plays wird generieren können.

#63 – Kansas City Chiefs – Marlon Davidson, DE, Auburn

Die Chiefs stärken mit ihrem zweiten Pick ihre D-Line. Nach dem Abgang von Emmanuel Ogbah brauchen sie dort Ersatz. Davidson könnte dieser Ersatz sein. Er hat gute Skills gegen den Run und im Pass Rush gezeigt und könnte wohl auch innen in der D-Line spielen. Er ist athletisch, flexibel einsetzbar und hat schnelle Füße. Eine gute Ergänzung für die Line der Chiefs, die sowohl im Pass Rush als auch in der Run Defense Probleme gezeigt hat.

#64 – Seattle Seahawks – Curtis Weaver, DE, Boise State

Mit dem letzten Pick der zweiten Runde – und damit auch dem letzten Pick in diesem Mock Draft – holen sich die Seattle Seahawks Verstärkung im Pass Rush. Curtis Weaver war ein sehr produktiver Pass Rusher am College. Allerdings ist er für das Verteidigen des Laufspiels eher weniger geeignet. Mit seiner hohen Football-Intelligenz wird er versuchen müssen, die seine eher unterdurchschnittliche Athletik zu kompensieren. Wenn er sich in der Hinsicht verbessern kann, kann er ein wichtiger Pass Rusher für die Seahawks werden.

 

Fazit

Zwei Runden Mock Draft sind gleichermaßen spannend wie kompliziert. Gerade gegen Ende der zweiten Runde sind Vorhersagen äußerst schwierig zu treffen.

Den Skill-Position-Run im dritten Viertel der zweiten Runde fand ich äußerst spannend. Ich wäre sogar gern noch mehr auf Wide Receiver gegangen, aber viele Teams haben einfach andere Baustellen, die so viel größer sind als der Need auf WR, dass der Mock dann irgendwann absolut utopisch geworden wäre. Bei dem ein oder anderen Landing-Spot ist hier und da vielleicht auch etwas Wunschdenken dabei, um ein paar Backs und Receivern das Draft-Capital zu geben, das ich bei ihnen gerne sehen würde. Aber im Großen und Ganzen bin ich recht zufrieden mit diesem Mock Draft.

Ich bin gespannt, wie viele Picks ich treffen werde. Ich bleibe in meiner Prognose natürlich bescheiden und gehe mal von 100 % Trefferquote aus.

c89b485a27dabf261af3f30cf166e34b?s=96&d=mm&r=g - NFL Mock Draft 2020 - Runde 2
Lukas

New England Patriots-Fan
Man-crush on Tom Brady, Baker Mayfield & Gardner Minshew
Dynasty Off-Season-Lover

Twitter: @ff_legolas