Der NFL Draft 2018 ist schon wieder Geschichte und die mannschaftsinterne Hierarchie wird durch die Ankunft der Rookies natürlich durcheinenandergewirbelt. In diesem Wirbel gibt es jedes Jahr Gewinner und Verlierer. Wir zeigen euch die Spieler, die am meisten davon betroffen sind – positiv wie negativ.

Die Verlierer

3. Teddy Bridgewater, QB, New York Jets

Im Draft 2014 pickten die Minnesota Vikings Bridgewater in der ersten Runde und sofort wurde er am Ende der Saison als Rookie of the Year ausgezeichnet. Nach einer sehr guten Saison 2015 verletzte sich Bridgewater so schwer, dass er 2016 und 2017 bis zur Mitte der Saison ausfiel. Case Keenum machte 2017 bei den Vikings einen so guten Job, dass Teddy kein Spiel starten konnte und mit einem niedrig dotierten 1-Jahres-Vertrag (6,0 Mio) bei den Jets landete. Das Fatale daran: vor dem 1. Juni können die Jets ihn mit einer Strafe von 500 000 $ cutten, was nach der Ankunft von Darnold sehr wahrscheinlich ist. McCown hat sich als Veteran-Starter bewährt und eine sehr gute Saison 2017 gespielt. Was danach für Bridgewater kommt, steht in den Sternen, hat sich doch kaum jemand in der Free Agency um seine Dienste bemüht.

2. Corey Coleman, WR, Cleveland Browns

Sinnbildlich für Corey Colemans zweijährigem Aufenthalt in Cleveland stand der letzte Spielzug im letzten Spielzug der Saison 2017. Mit weniger als zwei Minuten auf der Uhr ließ er den Ball völlig frei fallen. Die Browns waren ein 0-16 Team. Coleman, immer wieder durch Verletzungen aus der Bahn geworfen, konnte seinem unglücklichen Dasein kein positives Kapitel hinzufügen. Dann holten die Browns Jarvis Landry in der Free Agency und drafteten den, wenn auch skandalträchtigen, Antonio Callaway. Mit Josh Gordon als X-Receiver und Landry hauptsächlich im Slot spitzt es sich auf einen Duell Coleman – Callaway zu! Hinzu kommt, dass Coleman nicht vom jetzigen Regime in Cleveland gedraftet wurde und sich General Manager grundsätzlich damit leichter tun, Spieler des vorherigen Managements zu entlassen. Ein Trade scheint erst nach dieser Saison wahrscheinlich, aber die Situation von Coleman hat sich durch den Draft definitiv verschlechtert.

1. Carlos Hyde, RB, Cleveland Browns

2439 Yards from Scrimmage erzielte Carlos Hyde bei den San Francisco 49ers die letzten zwei Jahre. Wer denkt, dass diese wirklich guten Zahlen, gepaart mit einem frisch unterzeichneten 3-Jahres-Vertrag über 15,25 Mio $, die Verantwortlichen in Cleveland davon abgehalten hätte einen Top-RB zu draften, der sah sich geirrt. Nick Chubb, der vor seiner Verletzung so gesehen wurde, wie wir heute Saquon Barkley sehen, landete in Cleveland und wird zumindest in den frühen Downs oft den Ball bekommen. Da Duke Johnson sowieso schon für die Passempfänger-Rolle vorhergesehen war, bleibt nicht mehr so viel Laufarbeit übrig und wir werden wohl Hyde sich am Ende der Saison wieder verabschieden sehen.

Die Gewinner

Platz 3: Lamar Miller, RB, Houston Texans

Eigentlich – wirklich – deutete alles auf ein Ende der Ära Miller in Houston hin. In seinem Vertrag war sein Gehalt für 2016 und 2017 garantiert und man hätte sein 2018-Gehalt von 6,75 Mio $ mit einer 2,0 Mio $ Strafe von der Liste bekommen können, was den Texans zusätzliche 4,75 Mio $ im Cap Space freigeschaufelt hätte. Dazu hatten die Texans 2017 RB D’onta Foreman gedraftet, der auch über echte Workhorse-RB Qualitäten verfügt hat. Und während wir noch vor dem Draft gedacht haben, sie würden den zweiten RB zuerst draften und DANN Miller entlassen, verging Runde um Runde und am Ende war KEIN RB in Houston gelandet. Freeman muss noch zeigen, dass er von seiner schweren Verletzung fit zurückkommen kann und bis dahin ist Miller die klare Nummer eins.

Platz 2: Case Keenum, QB, Denver Broncos

„We got our guy“ – was sich nach einer Plattitüde von General Manager John Elway anhörte, stelle sich nach dem Draft als ehrliche Aussage heraus. Mit zwei etablierten WR unter Vertrag (Thomas und Sanders) und einer ordentlichen O-Line (Nr.9 in footballoutsiders Offensive Line Rankings) schlugen die Broncos an mehreren Fronten gleichzeitig zu, um die Offense zu stärken.

Teampick 2. (40) WR Courtland Sutton
Teampick 3. (71) RB Royce Freeman
Teampick 6. (113) WR DaeSean Hamilton
Teampick 7. (156) TE Troy Fumagalli
Teampick 8. (183) OG Sam Jones
Teampick 10. (226) RB David Williams

Sechs Spieler für die Offense zeigen, dass die Broncos alles dafür tun Case Keenum die notwendigen guten Spieler zur Verfügung zu stellen. Dazu hat man auch gleich nach dem Draft klar gemacht, dass man keinen Undrafted Free Agent QB dazuholen wird und hat auch dort Wort gehalten. Freeman und Fumagalli als Starter, Sutton als Top-Rookie-WR in 3-WR-Sets sowie Hamilton und Henderson (letztes Jahr verletzt, WR aus der dritten Runde) als talentierte Backups – Case Keenum scheint eine großartige Saison ins Haus zu stehen!

Platz 1: Alex Collins, RB, Baltimore Ravens

Der Mann, der Tanzstunden nimmt, um seine Koordination zu verbessern, schien so gar nicht nach dem Starting RB der Ravens auszusehen. Sein Coach hatte noch klar gemacht, dass er jede Position aufbessern wolle und wenn man bedenkt, dass die Ravens Collins von der Straße geholt hatten – was sollte sie daran hindern einen RB zu draften? West eine Enttäschung, Allen als Ergänzungsspieler und Dixon noch ohne Durchbruch – alles schien für das Draften eines RB zu sprechen. Anstattdessen holten die Ravens weder in der Free Agency, noch im Draft einen RB dazu und Collins wird in die Saison so starten, wie er sie beendet hat: als RB1 der Baltimore Ravens. Nur mit dem Unterschied, dass er diese Saison einen der besten Guards der Liga, den wiedergenesenen Marshall Yanda, vor sich haben wird. Die 1000 Yards sollten so in jedem Fall möglich sein!

4d54948f131f3d5df9b663a106d7b92e?s=96&d=mm&r=g - Gewinner und Verlierer des Drafts (AFC)
Emin

Buffalo Bills seit Mitte 90er und Dynasty Fantasy Football forever. Lieblinge: Derrick Henry und Jerrick McKinnon.