„Wenn es zu schön ist, um wahr zu sein – ist es meistens auch nicht wahr!“

Was haben wir uns gefreut. Hier ein Lauf über 20 Yards, dort ein Touchdwon, noch ein Touchdown und immer wieder „unser“ Spieler. Woche für Woche haben wir uns in ihren Punkten gesonnt und die Saison für unsere Goldjungen sollte nicht aufhören. Und genau das wiederholt sich Jahr für Jahr. Einige wenige Spieler zaubern außergewöhnliche Leistungen aufs Feld. Unserer Meinung nach so außergewöhnlich, dass es sich lohnt, die Zahlen genauer unter die Lupe zu nehmen. Wir zeigen euch, welche Spieler letzte Saison aus dem Rahmen gefallen sind und wie eine realistische Einstufung ihrer Leistung aussieht.

No.3 – Alvin Kamara, RB, New Orleans Saints

Dynasty League Football März-ADP: RB6

© twitter: @A_kamara6

 

Sicherlich der spannendste Rookie in 2018, schloss AK41 die Saison 2017 als RB4 im Standardscoring ab. Zu gut passten seine Fähigkeiten als Runner und Receiver nach New Orleans, wo die „richtigen“ RB neben dem Laufspiel auch schon immer viele Pässe fangen konnten. AK41 kam auf insgesamt 1554 Yards from scrimmage (728 running + 826 receiving) und erzielte dabei 13 Touchdowns. Für diese beeindruckenden Zahlen brauchte er nur 120 Runs und 82 Catches. Das macht 7.7 Yards/Touch und stellt den zweithöchste Wert unter allen RB dar. Sowohl bei Catches (Nr.1) und Receiving yards (Nr.2) als auch TD (Nr.1) war er unglaublich effizient.

(via Rotoviz)

Ein weiterer Faktor war die Anwesenheit von Adrian Peterson. Bis zu dessen Trade zu den Arizona Cardinals wurde er in den Wochen 1-4 hauptsächlich als Passempfänger aus dem Backfield eingesetzt. Seine Targets sind danach sogar rückläufig gewesen (von 7,0 auf 6,1/Spiel). Sämtliche andere Zahlen sind aber nach oben explodiert. Lassen wir Punkte pro Spiel sprechen: +58%, +63% oder +53% (je nach Spielformat).

Insgesamt kam er bis Woche 4 auf weniger als 9 Touches/Spiel. Diesen Schnitt übertraf er danach in allen Spielen, mit Ausnahme der Partie in Woche 14 gegen die Atlanta Falcons. Hier musste er wegen einer Gehirnerschütterung frühzeitig nach 4 Touches vom Feld. Diese wenigen Touches zu Beginn der Saison wirken sich natürlich auf seine Gesamtproduktion aus und lassen seine Gesamtleistung erst einmal „nur“ sehr gut und nicht außergewöhnlich wirken. Trotzdem beeindruckend ist, dass er seinen Grad der Produktivität trotzdem noch auf 11 Spiele ausdehnen konnte. Würde man seine Durchschnittswerte aus den Wochen bis 5-17 als Basis für die Hochrechnung auf die gesamte Saison nehmen, stünden wir 151 runs und 86 catches für 1825 Yards from Scrimmage zu Buche – WOW! Noch besser wären nur zwei Kollegen gewesen: Niemand geringeres als Todd Gurley und Le’Veon Bell! Das sind klare Workhorse-RB, die eine deutlich größere Snap share haben (Bell: 946, Nr. 1 & Gurley: 796, Nr. 2 vs Kamara: 464, Nr. 25). Ein Blick auf Fantasypunkte/Möglichkeit zeigt uns, wie gut er gegenüber anderen RB diese Saison abgeschnitten hat:

(nur RB mit mehr als 80 Runs berücksichtigt)

Diesen Grad der Produktivität mit der gleichen Rolle im eigenen Team aufrecht zu erhalten ist in der momentanen Situation eher unwahrscheinlich als wahrscheinlich. Solange er hinter Mark Ingram noch der RB2 im eigenen Team ist, kann man keinen weiteren Anstieg seiner Möglichkeiten erwarten, zumindest nicht in der Saison 2018. Das gepaart mit grenzwertig-positiver Effizienz wird zwangsläufig zu einem Rückgang seiner Fantasy Punkte führen.

Einschätzung

AK41 bleibt ein wertvoller Baustein eures Dynasty-Teams, da seine Leistungen über 12 Wochen bestand hatten und seine Situation sich nicht grundlegend ändern wird. Allerdings ist eine Erwartungshaltung im Bereich RB8-12 realistischer.

 

No.2 – Deshaun Watson, QB, Houston Texans

Dynasty League Football März-ADP: QB4

© twitter: @deshaunwatson

Der neue Star am QB-Himmel. Eine Top-Leistung nach der anderen. 24,7 Fantasypunkte/Spiel. So hoch, dass sich doch mal ein Blick in die Geschichtsbücher lohnt. Hier die Liste der QB  aus den letzten vier Jahren, die mehr Fantasypunkte/Spiel als Deshaun Watson  gemacht haben:

Genau. Da ist niemand. Die letzten vier Jahre. Nicht ein einziger Superstar. Platz eins mit Sternchen für den Rookie. Nur drei Spieler schafften es 2017 überhaupt über die 20-Punkte Marke (Watson, Wentz, Wilson). Das ist sehr, sehr beeindruckend, wenn man bedenkt, dass er sich in der Pre-Season nicht gegen Tom Savage als Starter hat durchsetzen können. Als er dann aber das Ruder an sich gerissen hat, sahen die Zahlen im Vergleich zu den anderen QBs so aus:

(via Rotoviz)

Auch hier wieder eine Explosion in puncto Effizienz. Die Yards pro Spiel bleiben fast gleich, allerdings macht DW4 einfach mehr aus seinen Möglichkeiten. Die Texans machen mit ihm fast doppelt so viele Punkte, gewinnen doppelt so viele Spiele und werfen fast dreimal mehr TDs. Das ist verdammt gut. Aber warum soll das Ganze nicht wiederholbar sein? Es gibt einen Wert namens „TD rate“. Das ist die Anzahl der geworfenen Pässe durch die Anzahl an geworfenen TDs. Das verrät uns, wie wir die Anzahl der TDs einordnen sollen.

Die letzten zwei Jahre lag dieser Wert bei QBs mit mindestens 170 Passversuchen bei 4,22% (2016: 4,27%). Ihr seht also relativ konstant. Tasten wir uns mal langsam nach vorne. 2017 gab es zwei QBs die über 6% lagen, ein QB lag sogar über 7% und DW4 lag bei sage und schreibe 9,31%! Matt Ryan, bester QB in dieser Kategorie letztes Jahr, und hatte einen Wert von 7,12%. Allein aus dieser Warte heraus ist anzunehmen, dass es unmöglich so weitergehen kann. Einen tieferen historischen Einblick könnt ihr hier bekommen.

(via Next Gen Stats)

Schaut man auch genauer auf seine Passer Rating bei tiefen Pässe, das Maximum ist 158,3, dann sieht man seine hervorragenden Werte, die so in der Form auch nicht zu wiederholen sind. Ein großes Fragezeichen bleibt auch die Einordnung seiner Wurfgeschwindigkeit. Diese beträgt nur 49 mph. Klingt erstmal nach ordentlich Power, ist es aber nicht wirklich. Welche QBs in 2017 einen ähnlichen Wert aufweisen haben können, seht ihr hier.

Ladies and Gentleman, die „Top18“ der schlechtesten QB in dieser Kategorie:

Richtig. Keine besonders gute Gesellschaft. Natürlich ist D. Brees ausgenommen und T. Taylor mit Abstrichen zusehen, seine Stärke ist das Laufspiel als QB.

Einschätzung

DW4 ist ein großes Talent, das sicherlich auch noch viel dazulernen wird. Ihn aber als QB4 zu draften, ist aber mit viel Risiko behaftet. Seine Anzahl der absolvierten Spiele ist einfach zu gering und seine Zahlen sind eher Blendwerk. Realistisch ist er eher im Bereich QB8-10 einzuordnen.

 

No.1 – Will Fuller, WR, Houston Texans

Dynasty League Football März-ADP: WR25

© twitter: @Will_Fuller7

 

Welchen der beiden vorgestellten Spieler findet ihr besser?

(via nfl.com)

Richtig. Macht keinen Unterschied. Ist nämlich beides überragend!

Wir stellen die Herren mal vor: Randy Moss, frisch in die Pro Football Hall of Fame aufgenommen. Ihr seht hier die Zahlen aus seiner besten Saison. Diese spielte er 2007 bei den New England Patriots. Er gilt als einer der besten WR aller Zeiten. Und dann haben wir Will Fuller. Den Will Fuller, der mit Deshauen Watson gespielt hat. Der Will Fuller, der sicher von dem ein oder anderen Fantasyspieler (insbesondere wenn er ihn schon in seinem Team hat) sicher „etwas“ verzerrt wahrgenommen wird. Der Vollständigkeit halber: die Zahlen in der oberen Reihe gehören zu Moss, die Zahlen unten gehören zu Fuller.

(via Rotoviz)

Links im obigen Bild seht ihr die Partien Fullers mit Watson als QB. Das sind phänomenale Zahlen. Zum Vergleich: Antonio Brown ist der No. 1 WR mit 310 PPR-Punkten. Fuller hätte 335 PPR-Punkte gemacht und ihn locker auf Platz zwei verdrängt. Das alleine sollte reichen, dass man seine Leistungen nochmals neu bewertet. Er hat nämlich während dieser Saison auch einige Spiele OHNE Watson als QB gespielt. Sechs Spiele, in denen er pro Spiel 2.5 Catches für 24 Yards hatte. Bitte lacht nicht, das ist unfair. Die Wahrheit liegt tendenziell in der Mitte.

Was für ihn spricht: Er ist ein ehemaliger 1st-Round-Pick, von dem die Texans noch viel erwarten. Außerdem hat er eine sehr gute 40-Yard Zeit (4,32 Sekunden, 99% Bereich) und auch sein Speed Score ist im 90% Bereich. Er ist prädestiniert, um tiefe Pässe sehr gut fangen zu können. Wenn man vor Augen hat, dass Watson unter allen QB (mit mehr als 140 Attempts) die Zeit vom Snap bis zum Wurf 3,1 Sekunden (Nr. 1 in der NFL) am längsten hinauszögern kann, dann ergibt sich für Fuller dennoch eine realistische Chance auf mehr als 24 Yards/Spiel. Die Anzahl seiner Catches pro Spiel ändert sich nicht signifikant. Das zeigt uns: Fuller kommt gut in die Tiefe. Er ist aber kein Route Runner, der CBs auch regelmäßig in den kurzen Routen schlagen kann.

Einschätzung

WF15 Fullers ADP hat sich von Januar auf März um vier Positionen verbessert und er steht vor WR wie Demariyus Thomas, Dez Bryant, Marvin Jones, Golden Tate und Robert Woods. Das zeigt, dass die Gemeinde in der „4-Spiele-mit-Watson“-Falle gefangen ist. Als Overall-Pick Nr. 51 geht er Anfang der fünften Runde (in 12-Team Ligen), was absurd und eher von Wunschdenken geleitet ist. Realistischer ist Ende Runde sechs, Anfang Runde 7.