Harte monatelange Vorbereitung, um dann in Woche zwei zu merken, dass die Veränderungen aus Woche eins immer noch nicht ausreichend sind. Jetzt ist immer noch Zeit, das bereinigen zu können.
Meine Damen und Herren, das #dominationsheet Version 2/2019. Et voilà!

Buy-High: Tyrell Williams (WR)

Warum: was im ganzen Trubel um fucking AB unterging war das stille Hochrutschen von Tyrell Williams im depth chart. Auf einmal fand er sich als klarer WR1 in Oakland wieder. Seine Rolle sollte als deep threat die ideale Ergänzung zu AB sein. Mit 6‘3 Größe bei 4.48 Sek auf 40 Yards erreicht er einen Speed Score im 82% Bereich. Schwer zu verteidigen, wenn er mal in Fahrt kommt.  Einfach zu schnell für einen so großen Mann. Das bekamen die Broncos und Chiefs schon zu spüren, in beiden Spielen bekam er jeweils stabile sieben targets, was über 110 targets pro Saison ergeben würde.
Eure Argumente: Oakland kein Spitzenteam, down week in Woche zwei (5 catches für 46 Yards)
Preis: lohnenswert für den 27-jährigen WR ist ein (dann aber auch wirklicher) late 1st, vielleicht erfolgt ja eine Fehleinschätzung des Owners und ihr bekommt ihn für einen 2nd + X. Egal wie: holen!

Buy-Low: Stefon Diggs (WR)

Warum: was haben die Frauenwelt und Offense Coordinatoren in der NFL gemeinsam? Richtig. Sie kommen und gehen. Der Aufschrei war groß nach Woche eins und nur 10 Passversuchen von Cousins. „Sell Thielen and Diggs“ schallte es von FF-Dächern herunter. Auch wir haben uns darauf festgelegt Thielen zu verkaufen. Aber eben nur auf Thielen, nicht Diggs. Dieser ist nun mal um einiges jünger und ist ein Top15 Talent auf seiner Position. Ein Talent/Star, das letzte Saison unter den Top12 in targets, target share, receptions, yards after catch, redzone receptions und fantasy points per game war, verschwindet auch mit der Ankunft eines neuen Offense Coordinators nicht. Wie gesagt, die kommen und gehen…
Eure Argumente: nur 3 catches bei 9 targets und 86 Yards – in 2 Wochen! Run-heavy offense der Vikings
Preis: 1st + 2nd, optimalerweise sind sie nicht early.

Sell-High: Raheem Mostert (RB)

Warum: für viele dürfte Raheem Mostert ein Glücksgriff in dieser Woche gewesen sein. Vielleicht habt ihr ihn billig oder gar umsonst vom Free Agent-Markt verpflichtet und er dankte es euch mit einer Top-Performance (22,6 FP). Jetzt fragt ihr euch vielleicht, warum ihr in verkaufen solltet, wo ihr ihn doch gerade erst bekommen habt:
Trotz Mosterts Glanzleistung gehört das Backfield in San Francisco Matt Breida. Breida ist jünger, athletischer und von seiner Statur her robuster gebaut als Mostert. Mosterts Leistung ist zu einem Großteil auf den positiven Spielverlauf zurückzuführen. Dadurch dass die 49ers so früh so deutlich führten, konnten sie ihr Laufspiel groß aufziehen: 42 Rush Attempts stehen 25 Passversuchen gegenüber. 7 von Mosterts 13 Rushes kamen ab Ende des dritten Viertels als die 49ers schon mit 24 Punkten vorne lagen und anfingen, ihre Starter zu schonen. Angesichts der kommenden Matchups (Steelers, Browns, @Rams) ist von solchen Spielverläufen eher nicht auszugehen. Bedeutet schwindende Touches für Raheem Mostert. Schaut, was ihr bekommen könnt, solange sein Sell-Window noch offen ist.
Eure Argumente: mehr Rushes als Breida, mehr Fantasy-Punkte als Breida, mehr Receptions als Breida
Preis: alles ab einem 3rd-Rounder

Special Tip (2QB/TE/SF/TEprem): Teddy Bridgewater (QB) vs. Mason Rudolph (QB)

Warum: hier heute einen klaren Tipp zu geben ist schwierig. Ich kann mich an keine Saison erinnern, bei der so früh so viele starting QBs wegbrachen. Luck, Foles, Darnold, Brees und Roethlisberger sind die prominenten Namen und, wenn man mag, kann man auch Trevor Siemian hinzuzählen, der sich in seinem ersten Start für die Jets direkt verletzte. Zudem haben die Giants verkündet, von jetzt an Daniel Jones starten zu lassen und auch Ryan Fitzpatrick sitzt alles andere als fest im Sattel in Miami. Für Brissett und Minshew seid ihr zu spät dran. Deshalb schaue ich mir heute nur Teddy Bridgewater und Mason Rudolph an und stelle ihre Pros und Cons gegenüber.
Fangen wir mit Teddy Bridgewater an. Teddy war vor ein paar Jahren die Hoffnung der Minnesota Vikings. In den Saisons 2014 und 2015 warf er zusammen für über 6.000 Yards, 28 Touchdowns und 21 Interceptions, führte die Vikings 2015 in die Playoffs und stand im selben Jahr auch im Pro Bowl. Er hat also schon bewiesen, dass er auf diesem Level zurechtkommt und performen kann. Doch das ist 4 Jahre her. Seine schwere Knieverletzung hat ihn nicht nur seine Karriere gekostet – bisher –, er hätte auch fast sein Bein verloren. Doch müssen wir hier auch anerkennen, welche mentale Meisterleistung er vollbracht hat, von diesem Rückschlag den Weg zurück in die NFL zu finden. Jetzt ist er Starter der New Orleans Saints und der Schedule meint es gut mit ihm: Laut Prognosen ist der Spielplan der Saints der viertleichteste gegen den Pass. Doch Teddys Zeit ist begrenzt. Brees wird zurückkommen und das Team wieder übernehmen. Und vielleicht wird es sogar schwer für ihn, den Starter-Job in Brees‘ Abwesenheit zu behalten, wenn er so weiterspielt wie gegen die Rams: kein TD, 1 Fumble und ein Passer-Rating von 72,2 war kein optimaler Einstand.
Anders sah das bei Mason Rudolph aus. Nach der Interception im ersten Drive konnte er sich fangen und legte zwei Touchdowns und ein Passer-Rating von 92.4 nach. Kein perfekter, aber ein guter Einstand vom 2nd-Year-Quarterback der Steelers. Der Vorteil, den Rudolph gegenüber Bridgewater hat, ist, dass Ben Roethlisberger in dieser Saison nicht mehr zurückkommen wird. Es steht nicht einmal fest, dass er überhaupt noch einmal zurückkommt, denn Big Ben kokettierte ja schon des Öfteren mit seinem Retirement. Der klare Nachteil, den Rudolph gegenüber Bridgewater hat, ist, dass er sich noch nicht über mehrere Spiele auf diesem Niveau beweisen konnte. Bei ihm weiß man noch nicht so wirklich, was man bekommt. Zudem ist sein Schedule der zweitschwierigste gegen den Pass. Nicht gerade optimal für einen unerfahrenen Quarterback.

Welchen von beiden ihr nehmt, ist Geschmackssache und eine klare Empfehlung kann ich euch nicht geben. Deshalb auch diese für dieses Format ausführliche Analyse. Doch würde ich persönlich wohl eher in Richtung Mason Rudolph tendieren; alleine da sein Weg zum Starter für den Rest der Saison frei ist.
Preis: wenn ihr QB-needy seid, setzt alles, was ihr habt. Wenn nicht, müsstet ihr dennoch so 50-60% eures FAAB setzen, um überhaupt eine Chance zu haben.

Contender target: Larry Fitzgerald (WR)

Warum: good old Larry. Die Cardinals machen ernst mit ihrem 4WR-Sets und nutzen diese in 67% aller Offense Plays. Larry hat damit seine Snaps sicher und dazu kommen 24 targets in zwei Spielen: macht #3 unter allen WR. Wer denkt, dass es nur kurze Pässe sind, sieht sich getäuscht. In Woche eins eine Bombe über 40 Yards und in Woche zwei jetzt ein Play über 50 Yards. Insgesamt mit Jon Ross zusammen vier catches 30+ yards. Beide Spiele über jeweils 100 Yards zum ersten Mal seit 2015. Und es sieht nicht so aus, als würde es sich groß ändern. Dem alten Mann winkt seine zehnte 1000-Yard Saison, wenn er so weitermacht.
Euer Argument: letzte Chance zum auscashen, ansonsten war es das.
Preis: mit einem 3rd rounder solltet ihr daran partizipieren können. Zur Not tut es auch ein late 2nd. Larry wird euch nicht enttäuschen.

Und jetzt: viel Erfolg bei der Umsetzung!