Terry McLaurin Superstar- das ist keine Sache des Glaubens, es ist Fakt.

Die 2021er NFL Free Agency steht unter einem ganz besonderen Stern. Die Corona-Pandemie führt zu sinkenden Einnahmen und somit zu fallendem Cap Space. Die General Manager mussten zahlreiche Top-Spieler entlassen und viele Verträge restrukturieren, um pünktlich zum Saisonstart unter dem Cap von 182,5 Millionen Dollar zu liegen.

Das sind 15.7 Mio Dollar weniger als in 2020 und ca. 28-50 Mio Dollar weniger als vor der Pandemie projected wurde. Teams, die also auf einen steigenden Cap spekuliert und dies bereits in abgeschlossene Verträge eingepreist hatten, waren nun stark gefordert. Der größere Spielermarkt in der Free Agency-Phase führt aber auch zur vermehrten Achterbahnfahrten der Fantasy-Glückseligkeit.

A.J. Dillon-Owner frohlockten bereits, als Aaron Jones nicht getaggt wurde. Trades wurden abgewickelt und dann das:

Wer sind nun die Gewinner & Verlierer der bisherigen Free Agency? Hier nur einige von Ihnen…

Die Quarterbacks

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Carson Wentz

FFPC-ADP: Pre-FA: 109, Now: 91

Zum Ende der Saison als bei den Philadelphia Eagles Jalen Hurts übernahm, fielen die Aktien von Carson Wentz rapide. Es schien als sei seine Zeit als NFL-Starter abgelaufen. Seine Passer-Ratings gingen in den Keller. Zuletzt lag es bei 72.8, dem zweitschwächsten Wert der Liga.  Was nützen akzeptable Fantasy-Performances (low end QB2), wenn er seinen Starting-Job verliert. Hier kurz seine Statline für 2020:

FP/GPassYds/GRushYds/GPassTD/GRushTD/G
16.9218.022.91.330.42

Wentz wurde zu den Indianapolis Colts getradet. Sein alter OC Frank Reich ist hier Head Coach und ist nach wie vor von seinen Fähigkeiten überzeugt. Er kommt in ein Team, das über solide Waffen in der Offense verfügt (u.a. Jonathan Taylor, Parris Campbell, Michael Pittman) und vor allem über eine der besten Offensive Lines der Liga. Seine reinen Fantasy-Werte waren in einem schwachen Team brauchbar, hier sollte er eine ordentliche Steigerung erfahren, steht aber auch unter Druck. Er muss liefern!

Fantasy-Fazit: Upgrade für Carson Wentz

 

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Cam Newton

FFPC-ADP: Pre-FA: 276, Now: 147

Zwischenzeitlich sah es auch bei Cam Newton so aus, als hätte er seinen Starting-Job verloren und die Patriots würden versuchen sich Jimmy G. zu angeln. Ein wenig zu recht, es sah nicht wirklich gut aus was Cam 2020 produzierte. Mit 82,9 Passer-Rating fand er sich im letzten Viertel wieder. Man muss ihm zugutehalten, dass er so gut wie keine Anspielstationen hatte, auf die er sich verlassen konnte. Jacobi Meyers war da noch die beste. Sein Fantasy-Outcome war dank seiner 12 Rushing TDs (#1 unter QB) gut für ein mid-WR2-Ergebnis. Hier kurz seine Statline für 2020:

FP/GPassYds/GRushYds/GPassTD/GRushTD/G
17.8177.139.50.530.80

Nachdem Re-Signing bei den Patriots stiegen seine Aktien. Als dann bekannt wurde, dass mit Jonnu Smith und Hunter Henry zwei starke Anspielstationen für das Kurzpass-Spiel nach Foxborough kommen, war die Begeisterung bei Newton-Ownern groß. Weitere Anspielstationen wie Nelson Agholor und Kendrick Bourne wurden verpflichtet und werden das Offensiv-Spiel der Patriots rundum besser machen.

Fantasy-Fazit: Upgrade für Cam Newton

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Ryan Tannehill

FFPC-ADP: Pre-FA: 66, Now: 75

Ryan Tannehill hatte 2020 eine sehr gute Fantasy-Saison. Er finishte Platz 9 mit 21.8 Punkten pro Spiel. Mit A.J. Brown, Corey Davis und Jonnu Smith hatte er starke Offensivwaffen, auf die er sich verlassen konnte. Die QB-1-Performance gelang trotz Run-First-Offense wegen exzellentem Quarterback-Plays und einer vielseitigen Offense mit viel Play-Action, gecallt von Arthur Smith. Hier kurz seine Statline für 2020:

FP/GPassYds/GRushYds/GPassTD/GRushTD/G
21.8238.616.62.130.44

Große Bausteine des Erfolges wurden nun entfernt. Playcaller Arthur Smith versucht sich in Atlanta als Head Coach, Jonnu Smith fängt in New England und Corey Davis in New York seine Bälle. Auch Adam Humphries ist weg. Adäquater Ersatz – bisher Fehlanzeige. Die Titans sind offensiv kaum einzuschätzen bisher. Tannehill wird aus den WR-1 herausfallen.

Fantasy-Fazit: klares Downgrade für Ryan Tannehill

 

 

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Die Runningbacks

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Chase Edmonds

FFPC-ADP: Pre-FA: 98, Now: 91

Kenyan Drake ist weg, endlich! Die Hoffnung ist groß, dass Chase Edmonds seine Chance auf den Starterjob in Phoenix erhält und kein Impact-Runningback gedraftet wird. Im vergangenen Jahr wurde Edmonds zwar stark in das Pass-Spiel (#6 bei den RBs) eingebunden, doch seine Möglichkeiten am Boden (#48) ließen zu wünschen übrig. Hier kurz seine Statline für 2020:

FP/GCarries/GYds/CarryTargets/GYds/GTD/G
10.56.14.64.253.10.31

Mit der Verpflichtung von Pro Bowl Center Rodney Hudson kann das Laufspiel effektiver gestaltet werden. Mit dem Weggang von Kenyan Drake hat Edmonds eine realistische Chance auf den RB1-Spot in Arizona. Da er im kommenden Jahr Free Agent wird, denke ich jedoch, dass die Cards einen RB verpflichten werden, Trey Serman wäre sicher ein Fit. Wie auch immer, die realistische Chance auf den No.1-Spot gibt ihm einen Boost in Fantasy Drafts.

Fantasy-Fazit: Upgrade für Chase Edmonds

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Mike Boone

FFPC-ADP: Pre-FA: undrafted, Now: 316

Zugegeben seine Nummern sind zunächst nicht beeindruckend. Er hatte mit Dalvin Cook und Alexander Mattison zwei relativ gesunde und starke Teamkollegen vor der Nase, die mehr Vertrauen seiner Coaches genossen. Im Saisonfinale 2019 zeigte er seine Fähigkeiten auch großen Workload zu stemmen und in starke Fantasy-Performances umzumünzen. Hier kurz seine Statline für 2020:

FP/GCarries/GYds/CarryTargets/GYds/GTD/G
2.51.85.40.311.50.2

Phillip Lindsay ist fort und Royce Freeman besitzt keinerlei Vertrauen im Coaching Staff.  Nach seinem Wechsel nach Denver ist Mike Boone in der Lage hinter Melvin Gordon den RB-Spot 2 einzunehmen und sich Early-Down-Carries zu erarbeiten. Sollte Gordon ausfallen ist sogar noch mehr drin. Sicherlich besteht auch hier die Möglichkeit, dass die Broncos im Draft zuschlagen, dennoch bringt Mike Boone das athletische Profil mit, eine produktive Rolle einzunehmen.

Fantasy-Fazit: Upgrade für Mike Boone

 

 

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Josh Jacobs

FFPC-ADP: Pre-FA: 24, Now: 29

Die reinen Fantasy-Stats von Josh Jacobs aus der vergangenen Saison lesen sich ganz gut. Schaut man aber genauer hin, erkennt man, dass es an der massiven Workload lag. Die Effizienzwerte sind nicht nur nicht überragend, sondern eher in der unteren Schublade der RBs zu finden. Bei den Fantasy Points per Opportunity (Carries + Targets) liegt er nur auf Rang 96. Solange sich also an seinen Opportunities nicht viel ändert, ist er ein wertvolles Fantasy Target. Hier kurz seine Statline für 2020:

FP/GCarries/GYds/CarryTargets/GYds/GTD/G
15.418.23.93.086.80.8

In dieser Free Agency kommt nun Kenyan Drake nach Las Vegas. Offenbar traut man bei den Raiders es Jacobs nicht zu, die Workload weiter allein zu stemmen. Jacobs wird Carries und Targets in einem Split-Backfield verlieren, Hinzu kommt, dass die O-Line fast komplett geschreddert wurde.

Fantasy-Fazit: klares Downgrade für Josh Jacobs (und Kenyan Drake)

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Alvin Kamara

FFPC-ADP: Pre-FA: 5, Now: 5

Alvin Kamara, man muss ihn als Fantasy Spieler einfach lieben. Einer der wenigen „Bell Cow“ Backs der Liga, die laufen und fangen können. Opportunity- und Effizienzwerte waren oberstes Ligaregal und machten ihn 2020 zum No.1 Runningback im Fantasy Football. Seine Chemie mit Drew Brees war hervorragend. Ein wenig Sorge musste man sich machen, ließen die Targets in der zweiten Saisonhälfte doch spürbar nach. Hier kurz seine Statline für 2020:

FP/GCarries/GYds/CarryTargets/GYds/GTD/G
25.212.55.07.1112.91.4

Mit Drew Brees ins Retirement verliert Alvin Kamara den Checkdown-Passer (5.9 Air-Yards/Attempt, nur Alex Smith hatte weniger) schlechthin. Die überwiegende Anzahl seiner Würfe ging kaum über 10 Yards hinaus. Wer stand dort meist? Alvin Kamara. Mit Taysom Hill als Starter hat Kamara drei der vier schwächsten Fantasy-Vorstellungen abgeliefert. Hill wirft weiter und läuft selber. Mit Jameis Winston als Starter wird ebenfalls weniger kurze Pässe (2019, #1 bei tiefen Pässen) werfen. Egal also wer der QB bei den Saints wird, Kamara wird an Workload einbüßen.

Fantasy-Fazit: Downgrade für Alvin Kamara

 

 

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Die Wide Receiver

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Terry McLaurin

FFPC-ADP: Pre-FA: 46, Now: 46

Terry McLaurin hat so viel Talent. Er konnte in 2020 seine guten Rookie-Stats weiter steigern und landete am Ende mit 14.9 Fantasy Points per Game auf einem soliden Rang 20. Hier kurz seine Statline für 2020:

FP/GTgts/GRec/GYds/GTDs/GAirYds/GADoT
14.98.95.874.50.2783.29.3

Seine Quarterbacks bisher hießen Dwayne Haskins und Alex Smith – also war wohl kaum mehr möglich. Mit der Ankunft von Mr. Yolo Fitzpatrick werden endlich wieder Pillen aufgestellt und nicht nur in Schubsreichweite geworfen. Der durchschnittliche QB des WFT hatte in 2020 86 Completed Air Yards, während Fitzpatrick 143 hatte. Neben dem deutlichen Upgrade auf der QB-Position erhält Terry McLaurin mit Curtis Samuel einen Field-Stretcher, der das Pass-Spiel des WFTs weniger ausrechenbar macht.

Fantasy-Fazit: Upgrade für McLaurin (und Samuel)

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Will Fuller

FFPC-ADP: Pre-FA: 87, Now: 95

Für mich ist Will Fuller mehr Verlierer als Gewinner der Offseason. Ein kleiner Sieg aus realer Football-Sicht ist es, derzeit die Houston Texans verlassen zu dürfen. Seine 6-Spiele-Sperre in der vergangenen Saison kam zur Unzeit. Er lag mit 879 Yards und 8 Touchdowns auf klarem WR1-Kurs. Er profitierte dabei sicher von einem der besten Quarterbacks der Liga, Deshaun Watson. Hier kurz seine Statline für 2020:

FP/GTgts/GRec/GYds/GTDs/GAirYds/GADoT
17.26.84.879.90.7383.212.2

Mit DeVante Parker, Preston Williams, Lynn Bowden und Mike Gesicki hat er junge talentierte Passempfänger in seinem Team. Route-Participation und Target-Share werden voraussichtlich etwas sinken. Auf der Quarterback-Position erhält er ein ordentliches Downgrade. Tua war in seiner Rookie-Saison nur bedingt überzeugend, mit 107 Completed Air Yards (CAY) per Game lag er leider nur auf Rank 33 bei den QBs. Miami ist ein deutlich kompletteres Team als Houston, wird also weniger negativen Gamescripts ausgesetzt sein. Garbage-Points werden geringer ausfallen.

Fantasy-Fazit: leichtes Downgrade für Will Fuller

 

 

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Darius Slayton

FFPC-ADP: Pre-FA: 192, Now: 232

Darius Slayton war bereits ein Verlierer der Saison 2020/21. Nach einem guten Rookie-Jahr war er Teil der viertschlechtesten Receiving-Gruppe der Liga. Mit nur 50 Receptions (#55) und 751 Yards läuft er Gefahr nicht einmal als WR-4 gedraftet zu werden. Daniel Jones under Center (QB-Rating: 80.4, #30) und der fehlende Barkley waren sicher auch Faktoren für die schwache Offensive der Giants. Hier kurz seine Statline für 2020:

FP/GTgts/GRec/GYds/GTDs/GAirYds/GADoT
8.86.13.146.90.1980.913.7

Die Offensive der New York Giants wird sicherlich einen Push bekommen und besser performen, auch weil mit Kenny Golladay ein Top-Outside-Receiver in den Big Apple kommt. Golladay wird einige Targets wegnehmen und er wird sie sich mehrheitlich von Slayton holen. Mit Kyle Rudolph kommt eine weitere Anspielstation auf TE hinzu, was dazu führen wird, dass New York öfter nur mit zwei WR spielen wird. Slayton wird kräftig zulegen müssen, um nicht in die Fantasy-Bedeutungslosigkeit zu verschwinden.

Fantasy-Fazit: Downgrade für Darius Slayton

Die Tight Ends

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Adam Trautman

FFPC-ADP: Pre-FA: 157, Now: 128

Zugegeben er hat 2020 nicht viele Targets gesehen, denn die gingen zu Jared Cook, doch der ist nicht mehr da. Adam Trautman steht in der Pole Position die freigewordenen 60 Targets zu übernehmen, denn er ist klar die Nummer 1 im TE-Room. „The Big Fish“ hatte in seiner Rookie-Saison 15 Catches bei 16 Targets, er war effektiv. Hier kurz seine Statline für 2020:

FP/GTgts/GRec/GYds/GTDs/GAirYds/GADoT
3.81.11.011.40.074.13.8

Sein superathletisches Profil und gute College-Produktion machen ihn zu einem der Breakout-Kandidaten 2021. Bitte beruhigt euch, wir sind immer noch in der Tight End-Welt, erwartet jetzt keinen neuen George Kittle, noch nicht.

Fantasy-Fazit: klares Upgrade

 

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Jonnu Smith

FFPC-ADP: Pre-FA: 117, Now: 100

Eine Achterbahnfahrt. Das beschreibt das Gefühl sehr gut, welches Jonnu Smith-Owner durchmachen mussten. Zunächst das Gefühl endlich einen besseren Landingspot zu bekommen als Tennessee, einer run heavy Offense bei der er nur Passempfänger No.3 ist. New England war dann sicherlich nicht ideal. Viel geht dort nicht durch die Luft (Rang 31 bei Pass-Versuchen), doch zumindest bestand die Aussicht auf eine herausragende Rolle im Pass-Spiel. Nelson Agholor, Kendrick Bourne und vor allem Hunter Henry folgten. Mit Julian Edelman und Jacobi Meyers lauern weitere Receiver in der Mitte des Feldes. Hier kurz seine Statline für 2020:

FP/GTgts/GRec/GYds/GTDs/GAirYds/GADoT
10.04.62.932.00.6021.85.4

Wir werden wohl weiterhin ein lauflastiges Spiel sehen mit vielen Pässen über die Mitte und viel 12-Personnel. Wer aber auf ein neues hypereffektives TE-Duo à la Gronk/Hernandez hofft, dem würde ich eine Absage erteilen. Hunter Henry und Cam Newton, der zusätzlich Redzone-TDs „stehlen“ wird, werden wohl nicht zum erhofften großen Breakout von Jonnu Smith führen.

Fantasy-Fazit: geringes Downgrade
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Stippie

Fürstenberg, BRB | First Touch: Super Bowl XXXI, Broncos vs. Packers in San Diego | 2003 in San Diego gewesen, seitdem verspüre ich starke Zuneigung zu den Chargers | Lieblingsspieler: Slayer | Themen: Dynasty, DFS, Rankings, Projections