Im letzten Artikel habe ich euch eine kleine Einführung in das Thema DFS gegeben. Die Einführung könnt ihr hier noch einmal nachlesen:
Nun wollen wir uns anschauen auf was man bei dem Aufstellen eines DFS-Lineups achten sollte und welche Unterschiede es bei einem Cash- und bei einem GPP-Build geben kann.

Spielmodus

Da wir uns erstmal nur auf Content für Classic Slates beschränken, möchte ich hier nur einmal zur Vollständigkeit Showdown-Lineups vorstellen, aber nicht in die Tiefe gehen.
SD Lineup 300x167 - DFS - Lineups und Formate
Ein Showdown-Lineup ist ein leeres Lineup für den Captain-Showdown-Modus. Der Captain bekommt 1,5x Punkte, kostet aber auch 1,5x so viel Salary. Zusätzlich zu dem Captain müssen noch 5 Flex-Spieler aufgestellt werden. Im Spieler-Pool befinden sich, neben allen Spielern aus dem Spieler-Pool des Classic-Slates, auch Kicker. Weitere und tiefergehende Strategien für Showdown-Slates werden zu besonderen Spielen noch einmal extra veröffentlicht und behandelt.

Kommen wir nun zu den Classic-Lineups. Hier seht ihr ein leeres Classic-Lineup und vom Aufbau kommt es jedem wohl aus den klassischen Fantasy-Ligen bekannt vor.
Classic Lineup 300x236 - DFS - Lineups und Formate
Es gibt mehrere Aspekte, die Ihr beim Erstellen eines Lineups beachten solltet. Jeder Aspekt für sich ist wichtig und kann einzeln betrachtet auch schon ein gutes Lineup ergeben. Ihr solltet jedoch versuchen, alle Aspekte zusammen zu betrachten und anhand dem Zusammenspiel eure Lineups erstellen.

Salaries

Wie ihr hier neben den Spielern sehen könnt, hat jeder Spieler einen bestimmten Preis. Mit euren verfügbaren 50,000$ müsst ihr nun ein gültiges Lineup aufstellen. Ihr müsst nicht zwangsweise alles ausgeben.
Die Preise kommen meist Montags raus. Durch diese frühe Veröffentlichung der Preise können sich durch Ereignisse innerhalb der Trainingswoche bis zum Sonntag oft einige Values ergeben. Auch kann es vorkommen, dass Draftkings von Beginn an bei der Preisvergabe einen Fehler begeht und Spieler, für die zu erwartenden Punkte, viel zu günstig sind. Solche Spieler und Situationen sollte ihr auf dem Schirm haben und für eure Lineups berücksichtigen. Ein komplettes Lineup nur aus Value-Plays wird euch aber vermutlich auch keinen Contest gewinnen. Daher scheut euch nicht davor euer Geld in die Hand zu nehmen eure Value-Plays so zu nutzen, dass ihr euch Top-Performer leisten könnt.

Plays identifizieren

Jetzt stellt sich natürlich die Frage wie identifiziert man falsch bepreiste Spieler oder Studs?
1. Die Situation des Spielers verändert sich im Laufe der Woche.
Der RB1 des Teams verletzt sich zum Beispiel im Training und der Ersatz übernimmt die Rolle des RB1s komplett. Draftkings hat den Spieler am Montag aber anhand seines Backup-Status bepreist. Ihr bekommt nun einen Rabatt auf seine Rolle.
2. Der Spieler ist in einem Spiel gegen eine schlechte Defense oder allgemein in einem Spiel mit einem hohen Total und ist daher in einer guten Situation zu punkten. Das ist eine Möglichkeit für einen solchen Stud den hohen Preis zu zahlen.
3. Falsch bepreist kann aber auch ein RB sein, der früher als erwartet fit wird und noch bepreist ist, als wäre er verletzt.

Ownership

Doch sollte jeder, der in einer guten Situation ist oder ein Value ist, auch aufgestellt werden? Hierfür sollte das Hauptaugenmerk auf der Ownership liegen. Die Ownership gibt eine Aussage darüber wie viele DFS-Spieler den betrachteten NFL-Spieler aufgestellt haben. Diese Information erhaltet ihr leider erst nach Start des Contests. Um grobe Aussagen über die Ownership von allen zu bekommen, gibt es Ownership-Projections von Bezahlseiten. Ansonsten müsst ihr euch auf euer eigenes Gefühl verlassen und einschätzen wie beliebt der Spieler ist. Wobei euer Gefühl vermutlich rein subjektiv ist und nicht ansatzweise so aussagekräftig ist wie die Ownership-Projections. Eine Vorstellung solcher Seiten und wie und ob ihr deren Angebote nutzen könnt und sollt, werde ich im nächsten Artikel vornehmen.

Zurück zum Umgang mit der Ownership von Spielern. Ihr solltet bei dem Contest für den ihr das Lineup erstellt besonders auf den Contesttyp und die Contestgröße achten. Denn davon solltet ihr contestspezifische Entscheidungen abhängig machen. Ich würde dafür gerne eine Unterteilung vornehmen, um genauere Strategien für die jeweiligen Kategorien vorzustellen.

1. Large-Field-GPPs

Ein gutes Beispiel für solch ein Format sind wohl die Milly Maker Contests. Wobei der Begriff Large-Field für mich auch schon ab 1000 Teilnehmern starten kann. In diesen Contests ist die Payoutstruktur extrem topheavy. Zusätzlich gibt es ein großes Teilnehmerfeld. Wer also auf einen der letzten Plätze im Auszahlungsbereich spielt und sein Lineup ‚sicher‘ erstellt sollte sich eher einen anderen Contest suchen.
Auch Spieler die solche Contests aus Lust spielen und nur einen Sweat während der Spiele haben wollen, sollten sich durch solch ‚sichere‘ Plays nicht im eigenen Weg stehen.
In solchen Contests spielt man am besten auf den 1. Platz, alles andere bringt einen schon im Vorhinein in den Nachteil. Dafür sollten Lineups erstellt werden die eine Chance haben in solchen Contests vorne mitzuspielen. Das ist mit Plays, die von 20-30% des Teilnehmerfeldes gespielt werden, eher schlecht möglich, da man keinen großen Vorteil zum Feld generiert wird. Dies nennt man auch Leverage. Leverage kann über unterschiedliche Methoden generiert werden. Zum einen über die Ownership, indem zum Beispiel chalk (beliebt/high-owned) plays gefadet(vermieden) werden. Zum anderen ist es auch meist möglich Duplikationen mit den anderen Teilnehmern zu vermeiden, wenn nicht das ganze Budget genutzt wird. Der Großteil des Feldes nutzt die vollen 50.000$ aus, durch das übrig lassen von 100/200/300$ ist es möglich ein einzigartiges Lineup zu builden. Auch durch bestimmte Lineupconstruction-Strategien(Game- oder Team-Stacking, Bring Back etc.) kann ein einzigartiges Lineup in Contests mit über hunderttausend Teilnehmern erstellt werden.
Viele dieser Contests sind Multi-Entry-Contests. Diese werde ich im nächsten Artikel noch etwas genauer erklären.

2. Small-Field-GPPs

Das Ziel in Small-Field-GPPs ist dasselbe wie in den den großen Feldern. Ein einzigartiges Lineup bauen, welches die Chance hat den ersten Platz zu gewinnen und nicht aufgrund von Fehlern in der Lineupsconstruction im Mittelfeld des Contests verbleibt.
Doch können hier aufgrund der kleinen Feldgröße auch Abstriche bezüglich der Leverage gemacht werden, da es in einem Feld von <1000 Teilnehmern weniger Duplikationen gibt.

3. Cash-Games

In dem Format ist es das Ziel seinen Einsatz hauptsächlich zu verdoppeln, es gibt keinen Unterschied zwischen dem 1. Platz im Contest oder dem letzten Platz im Auszahlungsbereich. Das heißt ihr müsst ungefähr 55% des Teilnehmerfeldes hinter euch lassen. Im Gegensatz zu Turnieren ist es hier nicht das Ziel als einziger erster zu sein und Leverage zum Feld zu generieren. Offensichtliche Value-Plays, die von 30-40% des Felds gespielt werden sollten daher auch in euren Lineups Berücksichtigung finden und nicht aus Leveragegründen gefadet werden. Ebenso kann in Cash auch ruhigen Gewissens das ganze Budget ausgenutzt werden. Duplikation kann natürlich eure Chancen verringern, ist aber nicht so dramatisch wie in Turnieren.

 

In allen Formaten gilt es aber Lineups zu erstellen, welche gute Voraussetzungen und Chancen haben. Ein wichtiger Hinweis ist noch, dass Contests gegen andere Spieler gespielt werden. Es ist nicht nötig das perfekte Lineup zu erstellen.
Das Ziel ist es die Fehler der anderen Spieler zu vermeiden und diese zu schlagen!

Falls ihr nun auch Bock habt DFS auf Draftkings zu spielen, dann könnt ihr euch hier anmelden!

Viel Spaß und Erfolg euch!

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Tobi

Braunschweig/ Lüneburg | Seattle Seahawks Fan seit der Onside Kick Recovery gegen die Packers 2014 | DFS und Dynasty